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Das Attentat am Diplomaten Ernst vom Rath durch den deutsch-polnischen Juden Herschel Grynszpan in Paris war für die Nationalsozialisten der Anlass für inszenierten „Volkszorn“ gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland. | Das Attentat am Diplomaten Ernst vom Rath durch den deutsch-polnischen Juden Herschel Grynszpan in Paris war für die Nationalsozialisten der Anlass für inszenierten „Volkszorn“ gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland. | ||
Wie andernorts auch wurde in Hamm am 9. November 1938 die Synagoge verwüstet. Die dazu angerückte SA setzte die Synagoge allerdings nicht in Brand, um die umliegenden Fachwerkhäuser im Bereich um die damalige kleine Weststraße (heute: Martin-Luther-Straße) nicht zu gefährden. Allerdings wurde das Inventar der Synagoge zerstört, ebenso die Treppen und Emporen im Gotteshaus. Hugo Lindemeyer, seinerzeitige Vorsteher der Hammer Synagogengemeinde und zum Zeitpunkt der Progromnacht in KZ-Haft in Sachsenhausen, wurde per Einschreiben aufgefordert, den Abriss des Gotteshauses wegen der „unmittelbar drohenden Gefahr für die Allgemeinheit“ bis zum 24. November 1938 zu beginnen.<ref> vgl. Diethard Aschoff: Hamm. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Hrsg. v. Frank Göttmann. E-Book: Münster 2021. S. 397-398 </ref> | Wie andernorts auch wurde in Hamm am 9. November 1938 die Synagoge verwüstet. Die dazu angerückte SA setzte die Synagoge allerdings nicht in Brand, um die umliegenden Fachwerkhäuser im Bereich um die damalige kleine Weststraße (heute: Martin-Luther-Straße) nicht zu gefährden. Allerdings wurde das Inventar der Synagoge zerstört, ebenso die Treppen und Emporen im Gotteshaus. Hugo Lindemeyer, seinerzeitige Vorsteher der Hammer Synagogengemeinde und zum Zeitpunkt der Progromnacht in KZ-Haft in Sachsenhausen, wurde per Einschreiben aufgefordert, den Abriss des Gotteshauses wegen der „unmittelbar drohenden Gefahr für die Allgemeinheit“ bis zum 24. November 1938 zu beginnen.<ref> vgl. Diethard Aschoff: Hamm. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Hrsg. v. Frank Göttmann. E-Book: Münster 2021. S. 397-398 </ref> <ref> vgl. auch: Antje Wendler: Santa-Monica-Platz: Synagoge vergessen?. Vor 59 Jahren: Verwüstung und Abriß. Brandstiftung war SS-Leuten zu gefährlich. Synagoge stand zu dicht neben angrenzenden Häusern. Westfälischer Anzeiger vom 19./20. Juli 1997 </ref> | ||
Neben der Verwüstung der Synagoge wurden die jüdischen Mitbewohner in Hamm auch in ihren Wohnungen und Häusern „aufgesucht“. Bekannt ist, dass in folgenden Häusern Verwüstungen stattfanden:<ref> vgl. Diethard Aschoff: Hamm. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Hrsg. v. Frank Göttmann. E-Book: Münster 2021. S. 39 </ref> | Neben der Verwüstung der Synagoge wurden die jüdischen Mitbewohner in Hamm auch in ihren Wohnungen und Häusern „aufgesucht“. Bekannt ist, dass in folgenden Häusern Verwüstungen stattfanden:<ref> vgl. Diethard Aschoff: Hamm. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Arnsberg. Hrsg. v. Frank Göttmann. E-Book: Münster 2021. S. 39 </ref> |