Cevdet Gürle: Unterschied zwischen den Versionen

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== Anklage wegen Anstiftung zur Wahlfälschung ==
== Anklage wegen Anstiftung zur Wahlfälschung ==
Anfang [[2023]] ließ das [[Amtsgericht Hamm]] eine [[2022]] von der Staatsanwaltschaft Dortmund erhobene Anklage gegen Gürle wegen Anstiftung zur Wahlfälschung zur Hauptverhandlung zu. Gürle wird vorgeworfen, im Vorfeld der [[Kommunalwahl in Hamm 2020|Kommunalwahl 2020]] Anhänger seiner Partei dazu angeleitet zu haben, Briefwahlunterlagen von Nichtwählern zu sammeln, um diese in deren Namen für seine Wählergruppe [[Pro Hamm]] abzugeben („Ballot Harvesting“). Der Prozess soll am 2. Juni beginnen.<ref>[https://www.wa.de/hamm/anstiftung-zur-wahlfaelschung-pro-hamm-chef-guerle-wird-der-prozess-gemacht-92094391.html Frank Lahme: „»Pro-Hamm«-Chef Cevdet Gürle wird der Prozess gemacht“ in: Wa.de vom 18. Februar 2023]</ref>
Anfang [[2023]] ließ das [[Amtsgericht Hamm]] eine [[2022]] von der Staatsanwaltschaft Dortmund erhobene Anklage gegen Gürle wegen Anstiftung zur Wahlfälschung zur Hauptverhandlung zu. Gürle wird vorgeworfen, im Vorfeld der [[Kommunalwahl in Hamm 2020|Kommunalwahl 2020]] Anhänger seiner Partei angestiftet zu haben, Briefwahlunterlagen für meist junge Wähler anzufordern, um diese in deren Namen für seine Wählergruppe [[Pro Hamm]] einzusenden („Ballot Harvesting“). Der Prozess soll am 2. Juni beginnen.<ref>[https://www.wa.de/hamm/anstiftung-zur-wahlfaelschung-pro-hamm-chef-guerle-wird-der-prozess-gemacht-92094391.html Frank Lahme: „»Pro-Hamm«-Chef Cevdet Gürle wird der Prozess gemacht“ in: Wa.de vom 18. Februar 2023]</ref>


Den Vorwürfen nach sollen jugendliche Anhänger der Wählergruppe am [[Märkisches Gymnasium|Märkischen Gymnasium]] Namenslisten verteilt haben, auf denen durch Unterschrift der (Erst-)Wähler eine Einwilligung zur Briefwahl und zur Zusendung der Wahlunterlagen an Personen aus dem Umfeld von Pro Hamm erteilt wurde. Dies soll den Schülern jedoch nicht bewusst gewesen sein. Zudem habe es eine WhatsApp-Gruppe „Briefwahl“ gegeben, in der hunderte Namen von (Erst-)Wählern aufgelistet gewesen seien. Die Mitglieder des Chats sollen sich laufend darüber ausgetauscht haben, wie oft für die aufgelisteten Personen schon Briefwahl beantragt worden sei.<ref name="wade-04-2022"/>  
Den Vorwürfen nach sollen jugendliche Anhänger der Wählergruppe zunächst im Umfeld von Gürles Sportclub ''Taekwondo Herringen''<ref name="wade-2020-12">[https://www.wa.de/hamm/pro-hamm-chef-cevdet-guerle-unter-betrugsverdacht-vorwuerfe-chatverlaeufe-strafanzeige-90122799.html Frank Lahme: „Gürle unter Betrugsverdacht: Harte Vorwürfe, Chatverläufe, Strafanzeige“ in: Wa.de vom 7. Dezember 2020]</ref> und später am [[Märkisches Gymnasium|Märkischen Gymnasium]] Namenslisten verteilt haben, auf denen – vorwiegend türkische – (Erst-)Wähler eine Einwilligung zur Briefwahl und zur Zusendung der Wahlunterlagen an Personen aus dem Umfeld von Pro Hamm erteilen sollten. Zu diesem Zweck wurden auf den Listen offenbar unter anderem der Name, das Geburtsdatum<ref name="wade-2020-09">[https://www.wa.de/hamm/schummelvorwuerfe-mit-wahlunterlagen-gegen-pro-hamm-was-wusste-guerle-90035925.html Frank Lahme: „Wahl-Schummelvorwürfe gegen Pro Hamm - Was wusste Gürle?“ in: Wa.de vom 3. September 2020]</ref> und die Wahlscheinnummer abgefragt. Um den Jugendlichen zu verdeutlichen, welche Nummer benötigt wurde, soll der Wahlschein eines Pro Hamm-Mitglieds gezeigt worden sein.<ref name="wade-2020-12"/>  Der Zweck der Listen soll den Angesprochenen nicht oder nicht immer bewusst gewesen sein. Einige glaubten offenbar, an einer Umfrage teilzunehmen.<ref name="wade-2020-09"/>  


Als das Wahlamt die Erstwähler noch einmal zur Vergewisserung anschrieb, wandten sich Eltern an den [[Westfälischer Anzeiger|Westfälischen Anzeiger]], woraufhin auch der Staatsschutz auf die Vorgänge aufmerksam wurde.<ref name="wade-04-2022"/>
Zu diesem Zweck habe es nach Erkenntnissen des WA auch eine WhatsApp-Gruppe „Briefwahl“ gegeben, in der hunderte Namen von (Erst-)Wählern aufgelistet gewesen sein sollen. Die Mitglieder des Chats sollen sich dort darüber ausgetauscht haben, für welche der aufgelisteten Personen schon Briefwahl beantragt wurde.<ref name="wade-04-2022"/>  


Gürle selbst erklärte diesbezüglich am 7. September 2022:  
Als das Wahlamt die Erstwähler noch einmal zur Vergewisserung anschrieb und in Kenntnis setzte, dass deren Briefwahlunterlagen an eine abweichende Adresse zugestellt wurden, wandten sich Eltern an den [[Westfälischer Anzeiger|Westfälischen Anzeiger]], woraufhin auch der Staatsschutz auf die Vorgänge aufmerksam wurde.<ref name="wade-04-2022"/> Gürle sammelte in zwei Fällen die Unterlagen ein und gab sie den Wählern zurück. <ref name="wade-2020-12"/>
 
Gegenüber dem WA gab Gürle 2020 zunächst an, dass die Aktion auf die Initiative einer 15-jährigen Nachwuchssportlerin aus seinem Verein zurückgehe.<ref name="wade-2020-12"/> Am 7. September 2022 ergänzt er:


<blockquote>„Es gab in keinerlei Form die Absicht, Briefwahlunterlagen im Sinne eines versuchten Wahlbetrugs zu beantragen oder zu nutzen“.<ref name="wade-04-2022"/></blockquote>
<blockquote>„Es gab in keinerlei Form die Absicht, Briefwahlunterlagen im Sinne eines versuchten Wahlbetrugs zu beantragen oder zu nutzen“.<ref name="wade-04-2022"/></blockquote>