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== Beschreibung des Unglücks == | == Beschreibung des Unglücks == | ||
Ein Gefangenentransportzug, der aus Minden in Richtung Ruhrgebiet unterwegs war, verlor am Abend des 3. Dezember 1917 ca. 20 Wagen auf der Strecke zwischen Ahlen und Hamm, genauer | Ein Gefangenentransportzug, der aus Minden in Richtung Ruhrgebiet unterwegs war, verlor am Abend des [[3. Dezember]] [[1917]] ca. 20 Wagen auf der Strecke zwischen Ahlen und Hamm, genauer zwischen den Haltepunkten Östrich und Heessen. Der Lokomotivführer des Transportzuges bemerkte den Verlust nicht. Kurz vor Mitternacht fuhr der Schnellzug 22 Berlin–Köln aus Richtung Ahlen kommend auf diesen Zugteil auf, und zwar kurz vor dem [[Bahnhof Heessen]]. Dabei wurden nicht nur einige Wagen des Sonderzuges zertrümmert und aus dem Gleis geworfen, sondern die Lok des D-Zuges entgleiste ebenfalls und stand teilweise auf dem Gegengleis. Fast zeitgleich kam aus Richtung Hamm ein Güterzug, der unter voller Kraft in die Unglücksstelle fuhr. Die Lok des Güterzugs überfuhr dabei die bereits beschädigten und entgleisten Wagen des Gefangenentransport, bis sie an der D-Zug-Lok abprallte. Der Güterzug verlor einen Waggon, der die hohe Böschung hinunterfiel. Der Packwagen des Güterzugs wurde über einen anderen Waggon geschoben. | ||
Vom Schnellzug waren zunächst nur die Lok und der Packwagen von Beschädigungen betroffen. Die Fahrgäste des D-Zugs konnten sämtlich unverletzt aussteigen. Allerdings fing nach kurzer Zeit der Packwagen des Schnellzugs Feuer, das sich – bedingt durch den starken Wind – schnell auf einige Wagen des Reisezugs ausbreitete. Diese brannten vollständig aus, lediglich die letzten vier Wagen blieben vom Feuer verschont. | |||
Am stärksten betroffen waren die Insassen des Gefangenentransportes. War in ersten Meldungen vom 4. Dezember noch von etwa sieben Toten und 30 Verletzten die Rede, musste die Zahl der Toten und Verletzten noch im Laufe des Tages deutlich nach oben korrigiert werden. Nach amtlichen Angaben wurden 35 Insassen des Gefangenentransports getötet, davon ein Zugbeamter, acht deutsche Begleitsoldaten und 26 Kriegsgefangene. Zusätzlich wurden 45 Mann verletzt. Die verletzten Personen wurden in Krankenhäusern in Hamm untergebracht. | |||
Am stärksten betroffen waren die Insassen des Gefangenentransportes. War in ersten Meldungen vom 4. Dezember noch von etwa | |||
Die verletzten Personen wurden in Krankenhäusern in Hamm untergebracht. | |||
Der Zugverkehr war auf der Bahnstrecke zwischen Hamm und Ahlen für 15 Stunden unterbrochen. Die Schnellzüge wurden in dieser Zeit umgeleitet. | Der Zugverkehr war auf der Bahnstrecke zwischen Hamm und Ahlen für 15 Stunden unterbrochen. Die Schnellzüge wurden in dieser Zeit umgeleitet. | ||
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Einen fast gleichlautenden | Einen fast gleichlautenden Bericht findet man auch in der Morgenausgabe der ''Dortmunder Zeitung'' vom 5. Dezember 1917. | ||
== Namentliche Nennung eines Opfers des Zugunglücks == | == Namentliche Nennung eines Opfers des Zugunglücks == | ||
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== Feldzeitungsbericht == | == Feldzeitungsbericht == | ||
Das | Das Eisenbahnunglück wurde auch in der Feldzeitung der K.u.K. 4. Armee bereits am 6. Dezember 1917 gemeldet, fälschlicherweise als Eisenbahnkatastrophe bei Hannover (!):<ref>Feldzeitung der K.u.K. 4. Armee. Nr. 558 vom 6. Dezember 1917 </ref> | ||
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Italian Captives Are Taken To Germany, Wreck Proves | Italian Captives Are Taken To Germany, Wreck Proves | ||
Washington, Dec. 17. | Washington, Dec. 17. – Confirmation of the fact that the Prisoners made by the Austro-Germans at the Italian front are transferred to Germany appears in the Berliner "Tageblatt", says a dispath from Rome to-day. | ||
The paper writes that a Train loaded with Italian Prisoners had an accident near Hamm. Seven were killed and thirty seriously wounded. All were Italians. | The paper writes that a Train loaded with Italian Prisoners had an accident near Hamm. Seven were killed and thirty seriously wounded. All were Italians. | ||
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== Die Opfer des Zugunglücks == | == Die Opfer des Zugunglücks == | ||
Aus den Presseberichten ist bis auf den Dortmunder Landsturmmann Emil Rüb niemand genannt worden. Wenn man die Sterberegister von Hamm und Heessen aus dem Jahr 1917 zu Rate zieht, erhält man aus den Sterberegistern von Heessen die unmittelbar vor Ort verstorbenen Personen. Sie | Aus den Presseberichten ist, bis auf den Dortmunder Landsturmmann Emil Rüb, niemand genannt worden. Wenn man die Sterberegister von Hamm und Heessen aus dem Jahr 1917 zu Rate zieht, erhält man aus den Sterberegistern von Heessen die unmittelbar vor Ort verstorbenen Personen. Sie wurden vom Standesbeamten am 10. und 11. Dezember in die Sterberegister eingetragen. In den heessener Einträgen sind dabei auch die militärischen Einheiten der Todesopfer verzeichnet. | ||
Diejenigen Personen, die lebend in Heessen geborgen werden konnten, sind sämtlich in die Reserve Lazarett Abteilung des katholischen Krankenhauses zur Behandlung gebracht worden. Dort starben einige Schwerverletzte in den Tagen nach dem Unglück. Sie wurden im Sterberegister der Stadt Hamm eingetragen, jedoch regelmäßig ohne die militärische Einheit. | Diejenigen Personen, die lebend in Heessen geborgen werden konnten, sind sämtlich in die Reserve-Lazarett-Abteilung des katholischen Krankenhauses zur Behandlung gebracht worden. Dort starben einige Schwerverletzte in den Tagen nach dem Unglück. Sie wurden im Sterberegister der Stadt Hamm eingetragen, jedoch regelmäßig ohne die militärische Einheit. | ||
Insgesamt erhält man folgende 38 Opfernamen: | Insgesamt erhält man folgende 38 Opfernamen: | ||
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