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Westfälische Drahtindustrie: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Werk findet in den wirtschaftlichen Überlegungen der neuen Konzerns keinen rechten Platz. Als die Klöckner-Werke AG in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, wird ein Verkauf sogar in Teilen an verschiedene Interessenten erwogen. Die Pläne, Teile der Werksflächen zur Errichtung eines Einkaufszentrums an die LEG zu veräußern, scheitern ebenso wie ein Verkauf an die Voest Alpine. Schließlich wird das Werk [[1987]] an drei Investoren verkauft.
Das Werk findet in den wirtschaftlichen Überlegungen der neuen Konzerns keinen rechten Platz. Als die Klöckner-Werke AG in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, wird ein Verkauf sogar in Teilen an verschiedene Interessenten erwogen. Die Pläne, Teile der Werksflächen zur Errichtung eines Einkaufszentrums an die LEG zu veräußern, scheitern ebenso wie ein Verkauf an die Voest Alpine. Schließlich wird das Werk [[1987]] an drei Investoren verkauft.


=== WDI, wieder selbstständig! (1987-heute) ===
=== Selbständigkeit (1987-heute) ===


Die Investoren, die Herren Grosse, Dr. Weiland und Pampus, erweben je ein Drittel der Anteile. Die Firma wird nun wieder unter dem Namen WDI, Westfälische Drahtindustrie GmbH, als mittelständisches Unternehmen geführt. Der Gesellschafter Werner Pampus übernimmt die Geschäftsführung. Wirtschaftlich geht es mit dem Unternehmen wieder bergauf, so dass es bereits 1988 die Edelstahlindustrie Möller in Schwerte erwirbt. Dieser Schritt markiert den Einstieg der WDI in das Blankstahlgeschäft. [[1991]] folgt der Erwerb der Firma Wilhelm Klören in Hönnigen und [[1992]] die Übernahme der Draht- und Seilwerke in Rotheburg/Saale aus dem maroden ehemaligen DDR-Volkseigentum. Durch dieses Unternehmen erhält die WDI die Standorte Staßfurt, Zwickau und Wurzen. Auch das Walz- und Ziehwerk Broterode gehört von nun an zum Konzern. Im gleichen Jahr übernimmt die WDI noch die Baustahlgewebebetriebe in Salzgitter, Biebesheim und Büdelsdorf. 1993 wächst der Konzern mit der Übernahme von Trefil Europe Kalthof (ehemals Schmerbeck & Kuhlmann) in Iserlohn weiter. Der Geschäftsführer Werner Pampus übernimmt schließlich [[1993]] ein weiters Drittel der WDI-Anteile und wird so Mehrheitsgesellschafter. Als Vehikel für die Mehrheitsübernahmen nutzt er dabei seine Holdinggeselschaft PIB. Das letzte Drittel der Anteile geht an die Hamburger Stahlwerke GmbH, die heutige Mittal Steel Hamburg GmbH. Weitere Übernahmen vergrößern in der Folge den Konzern. Der Kauf der Drahtzieherei Gelsenkirchen erfolgt [[1998]]. In [[2002]] übernimmt der Konzern Roth, Heck und Schwinn in Zweibrücken, [[2003]] die Nedri Industriedraht (ehemals Thyssen Draht) im Hamm und die Nedri Spanstaal in Venlo (nur anteilig) und letztlich [[2005]] noch die Freileitungsgesellschaft Berlin.
Die Investoren, die Herren Grosse, Dr. Weiland und Pampus, erweben je ein Drittel der Anteile. Die Firma wird nun wieder unter dem Namen WDI, Westfälische Drahtindustrie GmbH, als mittelständisches Unternehmen geführt. Der Gesellschafter Werner Pampus übernimmt die Geschäftsführung. Wirtschaftlich geht es mit dem Unternehmen wieder bergauf, so dass es bereits 1988 die Edelstahlindustrie Möller in Schwerte erwirbt. Dieser Schritt markiert den Einstieg der WDI in das Blankstahlgeschäft. [[1991]] folgt der Erwerb der Firma Wilhelm Klören in Hönnigen und [[1992]] die Übernahme der Draht- und Seilwerke in Rotheburg/Saale aus dem maroden ehemaligen DDR-Volkseigentum. Durch dieses Unternehmen erhält die WDI die Standorte Staßfurt, Zwickau und Wurzen. Auch das Walz- und Ziehwerk Broterode gehört von nun an zum Konzern. Im gleichen Jahr übernimmt die WDI noch die Baustahlgewebebetriebe in Salzgitter, Biebesheim und Büdelsdorf. 1993 wächst der Konzern mit der Übernahme von Trefil Europe Kalthof (ehemals Schmerbeck & Kuhlmann) in Iserlohn weiter. Der Geschäftsführer Werner Pampus übernimmt schließlich [[1993]] ein weiters Drittel der WDI-Anteile und wird so Mehrheitsgesellschafter. Als Vehikel für die Mehrheitsübernahmen nutzt er dabei seine Holdinggeselschaft PIB. Das letzte Drittel der Anteile geht an die Hamburger Stahlwerke GmbH, die heutige Mittal Steel Hamburg GmbH. Weitere Übernahmen vergrößern in der Folge den Konzern. Der Kauf der Drahtzieherei Gelsenkirchen erfolgt [[1998]]. In [[2002]] übernimmt der Konzern Roth, Heck und Schwinn in Zweibrücken, [[2003]] die Nedri Industriedraht (ehemals Thyssen Draht) im Hamm und die Nedri Spanstaal in Venlo (nur anteilig) und letztlich [[2005]] noch die Freileitungsgesellschaft Berlin.


=== WDI heute ===
Die WDI ist heute der größte konzernfreie Drahtproduzent Europas. Daneben besteht eine 30%-Beteiligung an der Nedri Spanstaal in Venlo und eine weitere Beteiligung an einem Werk in Mississauga. Außerdem besteht zur Sicherung der Stahlversorgung eine 50%-Beteiligung über Werner Pampus an Ovako in Finnland. Zu diesem Stahlkonzern mit mehr als 4500 Beschäftigten gehört heute auch das Walzwerk, das die WDI in Dalbruck vor dem ersten Weltkrieg unterhielt.


Die WDI ist heute der größte konzernfreie Drahtproduzent Europas. Daneben besteht eine 30%-Beteiligung an der Nedri Spanstaal in Venlo und eine weitere Beteiligung an einem Werk in Mississauga. Außerdem besteht zur Sicherung der Stahlversorgung eine 50%-Beteiligung über Werner Pampus an Ovako in Finnland. Zu diesem Stahlkonzern mit mehr als 4500 Beschäftigten gehört heute auch das Walzwerk, das die WDI in Dalbruck vor dem ersten Weltkrieg unterhielt.
==== Brand 2019 ===


Am [[22. April]] 2019 bricht gegen Mittag ein Großfeuer in einer Lagerhalle der [[WDI]] aus, in der u. a. chemische Beizstoffe gelagert werden. Ursache ist, wie sich später herausstellt, Funkenflug bei Schweißarbeiten.<ref>[https://www.wa.de/hamm/grossbrand-hamm-ostermontag-polizei-ursache-ermittelt-12226829.html Wa.de vom 26.04.2019]</ref> Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen. Das Feuer kann erst gegen 20 Uhr am Abend unter Kontrolle gebracht werden und zwingt die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten; teils findet eine Evakuierung statt. In der Spitze waren mehr als 400 Retter und Brandbekämpfer vor Ort.<ref>[https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/lagerhalle-wilhelmstrasse-flammen-strasse-richtung-innenstadt-gesperrt-12208066.html Wa.de vom 23. April 2019]</ref> Die Halle bleibt unbenutzbar und wird abgerissen – ein Schaden in Millionenhöhe. An ihrer Stelle errichtet die WDI bis 2021 eine neue Halle.
Am [[22. April]] 2019 bricht gegen Mittag ein Großfeuer in einer Lagerhalle der [[WDI]] aus, in der u. a. chemische Beizstoffe gelagert werden. Ursache ist, wie sich später herausstellt, Funkenflug bei Schweißarbeiten.<ref>[https://www.wa.de/hamm/grossbrand-hamm-ostermontag-polizei-ursache-ermittelt-12226829.html Wa.de vom 26.04.2019]</ref> Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen. Das Feuer kann erst gegen 20 Uhr am Abend unter Kontrolle gebracht werden und zwingt die Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten; teils findet eine Evakuierung statt. In der Spitze waren mehr als 400 Retter und Brandbekämpfer vor Ort.<ref>[https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/lagerhalle-wilhelmstrasse-flammen-strasse-richtung-innenstadt-gesperrt-12208066.html Wa.de vom 23. April 2019]</ref> Die Halle bleibt unbenutzbar und wird abgerissen – ein Schaden in Millionenhöhe. An ihrer Stelle errichtet die WDI bis 2021 eine neue Halle.
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* http://www.wdi.de/
* http://www.wdi.de/
== Anmerkungen ==
<references/>


[[Kategorie:Firmen]]
[[Kategorie:Firmen]]
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