Zeche Heinrich-Robert: Unterschied zwischen den Versionen

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Vor dem Hintergrund der Machtergreifung der NSDAP und Adolf Hitlers gelang es dank einer veränderten Wirtschaftspolitik, dass der Betrieb aller Schächte wiederaufgenommen werden konnte. Kohle wurde stärker denn je nachgefragt, was auch auf die laufenden Kriegsvorbereitungen zurückzuführen war. Aus demselben Grund erachteten es die Eigentümer für hilfreich, den französischen Namen De Wendel aus der Zechenbezeichnung zu entfernen. Sie gründeten daher am [[26. April]] [[1937]] die ''Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Heinrich Robert'' und benannten die Zeche in Heinrich Robert um. Die Zeche wurde mit Eigenkapital ausgestattet und ein Aufsichtsrat eingesetzt. Diesem gehörten überwiegend Mitglieder der Familie De Wendel an, die auch 100 % der Aktienanteile hielt.
Vor dem Hintergrund der Machtergreifung der NSDAP und Adolf Hitlers gelang es dank einer veränderten Wirtschaftspolitik, dass der Betrieb aller Schächte wiederaufgenommen werden konnte. Kohle wurde stärker denn je nachgefragt, was auch auf die laufenden Kriegsvorbereitungen zurückzuführen war. Aus demselben Grund erachteten es die Eigentümer für hilfreich, den französischen Namen De Wendel aus der Zechenbezeichnung zu entfernen. Sie gründeten daher am [[26. April]] [[1937]] die ''Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Heinrich Robert'' und benannten die Zeche in Heinrich Robert um. Die Zeche wurde mit Eigenkapital ausgestattet und ein Aufsichtsrat eingesetzt. Diesem gehörten überwiegend Mitglieder der Familie De Wendel an, die auch 100 % der Aktienanteile hielt.


Die Gesamtanlage besteht zu diesem Zeitpunkt aus den Förderschächten Heinrich/Robert, die in fünfte Sohle auf 929 Meter Tiefe Steinkohle fördern. Die Anlagen am Standort Heinrich/Robert umfasst auch eine Kokerei. Schacht Franz ist bis auf 1010 Meter Tiefe abgeteuft. Dort wird auf Sohle IV in 839 Metern Tiefe ab 1937 wieder abgebaut. Schacht Humbert dient als Wetterschacht, der bis zur vierten Sohle in 840 Meter Tiefe reicht.
Die Gesamtanlage bestand zu diesem Zeitpunkt aus den Förderschächten Heinrich/Robert, die in fünfte Sohle auf 929 Meter Tiefe Steinkohle fördern. Die Anlagen am Standort Heinrich/Robert umfasste auch eine Kokerei. Schacht Franz war bis auf 1010 Meter Tiefe abgeteuft. Dort wurde auf Sohle IV in 839 Metern Tiefe ab 1937 wieder abgebaut. Schacht Humbert diente als Wetterschacht, der bis zur vierten Sohle in 840 Meter Tiefe reichte.


Als der deutsche Überfall auf Polen vom 1. September 1939 am 3. September die Kriegserklärung durch Frankreich und das Vereinigte Königreich nach sich zog, ging die Zeche erneut in deutsche Zwangsverwaltung über. Trotz des Krieges wurden im Jahre [[1942]] weitere Ausbaumaßnahmen durchgeführt. In den Jahren [[1942]] bis [[1945]] wird Schacht Robert tiefergeteuft. Erst in 1047 Metern Tiefe wird die Teufe eingestellt. Außerdem erhielt das Kraftwerk der Zeche einen größeren Stromgenerator und wurde per Freileitung mit dem [[Gersteinwerk]] in Stockum verbunden, um den zusätzlich produzierten Strom in das öffentliche Netz einspeisen zu können.  
Als der deutsche Überfall auf Polen vom 1. September 1939 am 3. September die Kriegserklärung durch Frankreich und das Vereinigte Königreich nach sich zog, ging die Zeche erneut in deutsche Zwangsverwaltung über. Trotz des Krieges wurden im Jahre [[1942]] weitere Ausbaumaßnahmen durchgeführt. In den Jahren [[1942]] bis [[1945]] wurde Schacht Robert tiefergeteuft - erst in 1047 Metern Tiefe wird die Teufe eingestellt. Außerdem erhielt das Kraftwerk der Zeche einen größeren Stromgenerator und wurde per Freileitung mit dem [[Gersteinwerk]] in Stockum verbunden, um den zusätzlich produzierten Strom in das öffentliche Netz einspeisen zu können.  


Mittelbare Folge des Kriegsbeginns war zunächst ein Rückgang der Belegschaft. So waren im Jahre [[1941]] nur noch 3.442 Kumpel auf der Zeche beschäftigt. Trotz des geringeren Personalbestandes wurde eine Förderleistung von 1.197.879 t erbracht. Im weiteren Kriegsverlauf wurden jedoch immer mehr Bergleute zur Wehrmacht eingezogen, so dass die Zahl der Beschäftigten und die Fördermenge immer weiter zurückgingen. Bei Kriegsende beschäftigte die Zeche nur noch 2.955 Bergleute; die Förderleistung war auf 531.492 t gefallen. Die Tagesanlagen entgingen weitgehend der direkten Einwirkung des auch gegen die Zechen und die Stadt Hamm mit ihren großen Industrieanlagen geführten Bombenkrieges. Nach der Besetzung durch die Alliierten konnte die Schachtanlage ohne große Aufräumarbeiten den Betrieb fortsetzen
Mittelbare Folge des Kriegsbeginns war zunächst ein Rückgang der Belegschaft. So waren im Jahre [[1941]] nur noch 3.442 Kumpel auf der Zeche beschäftigt. Trotz des geringeren Personalbestandes wurde eine Förderleistung von 1.197.879 t erbracht. Im weiteren Kriegsverlauf wurden jedoch immer mehr Bergleute zur Wehrmacht eingezogen, so dass die Zahl der Beschäftigten und die Fördermenge immer weiter zurückgingen. Bei Kriegsende beschäftigte die Zeche nur noch 2.955 Bergleute; die Förderleistung war auf 531.492 t gefallen. Die Tagesanlagen entgingen weitgehend der direkten Einwirkung des auch gegen die Zechen und die Stadt Hamm mit ihren großen Industrieanlagen geführten Bombenkrieges. Nach der Besetzung durch die Alliierten konnte die Schachtanlage ohne große Aufräumarbeiten den Betrieb fortsetzen


Ungeachtet der Tatsache, dass die Zeche kein originär deutscher Besitz war, sondern im Eigentum einer französischen Familie stand, wurde die Zeche nach Kriegsende zunächst beschlagnahmt. Die ''Rhine Coal Control'', die auch für die vorläufige Beschlagnahme aller anderen Zechen des Ruhrgebietes verantwortlich war, übernahm die Verwaltung.
Ungeachtet der Tatsache, dass die Zeche kein originär deutscher Besitz war, sondern im Eigentum einer französischen Familie stand, wurde die Zeche nach Kriegsende zunächst beschlagnahmt. Die ''Rhine Coal Control'', die auch für die vorläufige Beschlagnahme aller anderen Zechen des Ruhrgebietes verantwortlich war, übernahm die Verwaltung. Schon in den Jahren [[1946]] bis [[1948]] wurden am Schacht Heinrich 1114 Meter Teufe erreicht. Im Jahr [[1949]] wurden die Schächte Robert und Humbert erneut tiefergeteuft. Schacht Robert erhielt eine sechste Sohle in 1038 Meter Tiefe.


In den Jahren [[1946]] bis [[1948]] werden am Schacht Heinrich 1114 Meter Teufe erreicht. Im Jahr [[1949]] werden die Schächte Robert und Humpert tiefergeteuft. Schacht Robert erhält eine sechste Sohle in 1038 Meter Tiefe.
Am [[25. Mai]] [[1950]] konnten die Vorkriegseigentümer schließlich ihre Ansprüche durchsetzen; die Zeche ging wieder in Besitz der Familie de Wendel über. Parallel wurde die Förderung in Schacht Robert auf eine andere Technik umgestellt, die sogenannte ''Skipgefäßförderung'', die eine Nutzlast von sieben Tonnen ermöglichte. Die Zahl der Beschäftigten war inzwischen wieder deutlich angestiegen: 5.592 Bergleute erwirtschafteten eine Rekordförderung von 1.355.766 t Steinkohle.


Am [[25. Mai]] [[1950]] konnten die Vorkriegseigentümer schließlich ihre Ansprüche durchsetzen; die Zeche ging wieder in Besitz der Familie de Wendel über. Parallel wurde die Förderung in Schacht Robert auf eine andere Technik umgestellt, die sogenannte ''Skipgefäßförderung'', die eine Nutzlast von sieben Tonnen ermöglichte. Die Zahl der Beschäftigten war inzwischen wieder deutlich angestiegen. 5.592 Bergleute erwirtschafteten eine Rekordförderung von 1.355.766 t Steinkohle.
Im Jahr [[1951]] wurde im Schacht Franz ein Bohrloch vom Schachtsumpf zur sechsten Sohle des Bergwerks in 1024 Meter Tiefe angelegt. Am [[30. Mai]] [[1951]] kam es zu einem Zechenbrand, am [[17. Januar]] [[1952]] zu einer erneuten Schlagwetterexplosion. 17 Menschen verloren dabei ihr Leben, 19 weitere wurden zum Teil schwer verletzt – der schwerste Unfall auf Heinrich-Robert.


Im Jahr [[1951]] wird im Schacht Franz ein Bohrloch vom Schachtsumpf zur sechsten Sohle des Bergwerks in 1024 Meter Tiefe angelegt. Am [[30. Mai]] [[1951]] kommt es zu einem Zechenbrand, am [[17. Januar]] [[1952]] zu einer erneuten Schlagwetterexplosion. 17 Menschen verlieren dabei ihr Leben, 19 weitere werden zum Teil schwer verletzt – der schwerste Unfall auf Heinrich-Robert.
[[1958]] wurde mit dem Neubau der Mannschaftskaue am [[Schacht Heinrich]] begonnen, der erst [[1963]] fertiggestellt wurde.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994. S. 23</ref> Im Abbaugebiet der Zeche kam es im gleichen Jahr zu teilweise massiven Bergsenkungen.<ref>Michael Rost: [[Chronik des Bergwerks Heinrich Robert 1901-2001]] - 100 Jahre Heinrich Robert, Bergbau in Hamm. O.O. o.J.</ref>
 
[[1958]] wird mit dem Neubau der Mannschaftskaue am [[Schacht Heinrich]] begonnen. Der Bau wird erst [[1963]] fertig.<ref>Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994. S. 23</ref> Im Abbaugebiet der Zeche kommt es im gleichen Jahr zu teilweise massiven Bergsenkungen.<ref>Michael Rost: [[Chronik des Bergwerks Heinrich Robert 1901-2001]] - 100 Jahre Heinrich Robert, Bergbau in Hamm. O.O. o.J.</ref>


In den 1960er-Jahren wurde der ehemalige Wetterschacht Robert zum Hauptförderschacht umfunktioniert. Um dieses Ziel zu erreichen, war bereits [[1955]] ein Hammerkopfturm in regelmäßig gegliedertem Stahlfachwerk errichtet worden, der auch heute noch das Ortsbild prägt. Auf diese Weise wurde die schon vorhandene Förderanlage ausgebaut. Die Skipförderung konnte nun je Behälter elf Tonnen Nutzlast aufnehmen.
In den 1960er-Jahren wurde der ehemalige Wetterschacht Robert zum Hauptförderschacht umfunktioniert. Um dieses Ziel zu erreichen, war bereits [[1955]] ein Hammerkopfturm in regelmäßig gegliedertem Stahlfachwerk errichtet worden, der auch heute noch das Ortsbild prägt. Auf diese Weise wurde die schon vorhandene Förderanlage ausgebaut. Die Skipförderung konnte nun je Behälter elf Tonnen Nutzlast aufnehmen.
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==== Übernahme durch die Ruhrkohle-AG (RAG) ====
==== Übernahme durch die Ruhrkohle-AG (RAG) ====


Das Jahr [[1969]] markiert eine grundlegende Änderung in der Kohleförderung auf der Zeche Heinrich Robert. Die Gründerfamilie de Wendel verkauft die Zeche an die Ruhrkohle AG. Das bedeutete u. a. die Möglichkeit zur Expansion der Zeche durch den Wegfall der bisher bestehenden Förderbeschränkung auf 1,5 Millionen Tonnen. Die Zeche konnte erstmals über das eng begrenzte eigene Grubenfeld, das nur ca. 18 km² groß war, hinaus expandieren. Eine späte Entwicklung, hatten die Grubenfelder der benachbarten Zeche Sachsen doch bereits 1954 eine Ausdehnung von ca. 100 km² erreicht.
Das Jahr [[1969]] markierte eine grundlegende Änderung in der Kohleförderung auf der Zeche Heinrich Robert. Die Gründerfamilie de Wendel verkaufte die Zeche an die Ruhrkohle AG. Das bedeutete u. a. die Möglichkeit zur Expansion der Zeche durch den Wegfall der bisher bestehenden Förderbeschränkung auf 1,5 Millionen Tonnen; die Zeche konnte erstmals über das eng begrenzte eigene Grubenfeld, das nur ca. 18 km² groß war, hinaus expandieren. Eine späte Entwicklung, hatten die Grubenfelder der benachbarten [[Zeche Sachsen]] doch bereits 1954 eine Ausdehnung von ca. 100 km² erreicht.


Noch im selben Jahr wird die Förderung in den Schächten Heinrich und Franz eingestellt, der Schacht Robert wird zum Hauptförderschacht der Anlage.
Noch im selben Jahr wurde die Förderung in den Schächten Heinrich und Franz eingestellt, der Schacht Robert zum Hauptförderschacht der Anlage.


Im Jahr [[1973]] wird das Feld Monopol II aufgeschlossen, das im Bereich Lerche und Sandbochum lag. Am [[11. November]] des selben Jahres wurden erstmals zwei Schachtanlagen im Großraum Hamm zusammengelegt. Der Durchschlag zwischen Heinrich-Robert und ihrer Partnerzeche, der Zeche Werne, erfolgte 1974 im Bereich des Flözes ''Wilhelm''.
Im Jahr [[1973]] wurde das Feld Monopol II aufgeschlossen, das im Bereich Lerche und Sandbochum lag. Am [[11. November]] des selben Jahres wurden erstmals zwei Schachtanlagen im Großraum Hamm zusammengelegt: Der Durchschlag zwischen Heinrich-Robert und ihrer Partnerzeche, der Zeche Werne, erfolgte [[1974]] im Bereich des Flözes ''Wilhelm''.


Etwa gleichzeitig wurde das betriebseigene Kraftwerk stillgelegt, da der Strom billiger angekauft werden konnte. Nach Abriss der Kraftwerksgebäude wurden auf dem Gelände ein Kohlevergleichmäßigungsbunker und ein Bergebunker errichtet. Die Zeche Werne verfuhr ihre letzte Förderschicht am [[31. Januar]] [[1975]]. Teile ihrer Belegschaft wechselten auf die Schachtanlage Heinrich-Robert, die auch die Felder von Werne übernahm und den Wetterschacht Werne 4 in Werne-Stockum weiterbetrieb. Durch den Verbund mit der Zeche Werne hält die Zeche Heinrich Robert nun Berechtsame auf 22 km².
Etwa gleichzeitig wurde das betriebseigene Kraftwerk stillgelegt, da der Strom preiswerter angekauft werden konnte. Nach Abriss der Kraftwerksgebäude wurden auf dem Gelände ein Kohlevergleichmäßigungsbunker und ein Bergebunker errichtet. Die Zeche Werne verfuhr ihre letzte Förderschicht am [[31. Januar]] [[1975]]. Teile ihrer Belegschaft wechselten auf die Schachtanlage Heinrich-Robert, die auch die Felder von Werne übernahm und den Wetterschacht Werne IV in Werne-Stockum weiterbetrieb. Durch den Verbund mit der Zeche Werne hielt die Zeche Heinrich Robert nun Berechtsame auf 22 km².


Im gleichen Jahr erfolgte auch ein Durchschlag auf der vierten Sohle zur 1025-Meter-Sohle der Zeche Radbod mittels Gesenk, es wurde aber kein größerer Verbund mit diesem Bergwerk beschlossen.
Im gleichen Jahr erfolgte auch ein Durchschlag auf der vierten Sohle zur 1025-Meter-Sohle der Zeche Radbod mittels Gesenk, es wurde aber kein größerer Verbund mit diesem Bergwerk beschlossen.
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Die Zahl der Beschäftigten sank weiter (4.629 Mann), dennoch konnte die Fördermenge auf 2.546.124 t gesteigert werden. Zum [[1. Januar]] [[1978]] übernahm Heinrich-Robert den in Lerche befindlichen Wetterschacht 7 der Zeche Königsborn in Bönen und das Feld Monopol III. Seit dieser Zeit hatten Heinrich-Robert und die Zeche Königsborn eine gemeinsame Werksdirektion. Die Berechtsame der Zeche belaufen sich nunmehr auf 37 km².
Die Zahl der Beschäftigten sank weiter (4.629 Mann), dennoch konnte die Fördermenge auf 2.546.124 t gesteigert werden. Zum [[1. Januar]] [[1978]] übernahm Heinrich-Robert den in Lerche befindlichen Wetterschacht 7 der Zeche Königsborn in Bönen und das Feld Monopol III. Seit dieser Zeit hatten Heinrich-Robert und die Zeche Königsborn eine gemeinsame Werksdirektion. Die Berechtsame der Zeche belaufen sich nunmehr auf 37 km².


Im Jahr [[1979]] kommt es in der Schwarzkaue am Schacht Heinrich zu einem Brand.<ref> Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994. S. 27</ref> Des Weiteren beginnt die Errichtung eines weiteren Wetterschachtes in Sandbochum, der das Kohlegebirge in 726 Meter Tiefe noch im selben Jahr erreicht. Das Bergwerk selbst legt eine sechste Sohle in 1034 Meter Tiefe an.
Im Jahr [[1979]] kam es in der Schwarzkaue am Schacht Heinrich zu einem Brand.<ref> Peter Voß: Die Zechen in Hamm. Werne 1994. S. 27</ref> Des Weiteren begann die Errichtung eines weiteren Wetterschachtes in Sandbochum, der das Kohlegebirge in 726 Meter Tiefe noch im selben Jahr erreichte. Das Bergwerk selbst legte eine sechste Sohle in 1034 Meter Tiefe an.


Mit der Endteufe von 1221 Metern ist Schacht Sandbochum [[1981]] vorläufig fertiggestellt und wird in Betrieb genommen. Es erfolgt ein Durchschlag zur sechsten Sohle von Heinrich Robert.
Mit der Endteufe von 1221 Metern war der Schacht Sandbochum [[1981]] vorläufig fertiggestellt und wurde in Betrieb genommen. Es erfolgt ein Durchschlag zur sechsten Sohle von Heinrich-Robert.


Im selben Jahr schloss die Zeche Königsborn; der größte Teil ihrer Belegschaft wechselte auf die Schachtanlage Heinrich-Robert, Schacht Königsborn IV wurde für die Wasserhaltung offen gehalten. Die Tage des Schachtes Werne IV waren auch gezählt; er wurde nicht länger benötigt und daher in der Folgezeit verfüllt.  
Im selben Jahr schloss die Zeche Königsborn; der größte Teil ihrer Belegschaft wechselte auf die Schachtanlage Heinrich-Robert, Schacht Königsborn IV wurde für die Wasserhaltung offen gehalten. Die Tage des Schachtes Werne IV waren auch gezählt; er wurde nicht länger benötigt und daher in der Folgezeit verfüllt.  


Da die Förderung der Steinkohle sich in die siebte Sohle verlagert, wird [[1982]] auch Schacht Heinrich weiter abgeteuft. Bereits im Folgejahr kann auf 1084 Meter Tiefe dort die siebte Sohle angesetzt werden.
Da die Förderung der Steinkohle sich in die siebte Sohle verlagert, wurde [[1982]] auch Schacht Heinrich weiter abgeteuft. Bereits im Folgejahr konnte auf 1084 Meter Tiefe dort die siebte Sohle angesetzt werden.


Am [[21. Juni]] [[1985]] meldete die Werksdirektion auf Heinrich-Robert die Förderung der hundertmillionsten Tonne Kohle seit Gründung der Zeche.<ref>Klönne, Stefan: Radbod. Hammer Zechen im Wandel der Zeit. Maximilian, Heinrich-Robert, Sachsen. Historischer Abriss der Werksgeschichten und Folgenutzung der Brachflächen. Hamm, [ca. 2000], S. 37.</ref>
Am [[21. Juni]] [[1985]] meldete die Werksdirektion auf Heinrich-Robert die Förderung der hundertmillionsten Tonne Kohle seit Gründung der Zeche.<ref>Klönne, Stefan: Radbod. Hammer Zechen im Wandel der Zeit. Maximilian, Heinrich-Robert, Sachsen. Historischer Abriss der Werksgeschichten und Folgenutzung der Brachflächen. Hamm, [ca. 2000], S. 37.</ref>


In den Jahren [[1985]] und [[1988]] werden der Schacht Lerche und der Schacht Humbert weiter abgeteuft.  
In den Jahren [[1985]] und [[1988]] wurden der Schacht Lerche und der Schacht Humbert weiter abgeteuft.  


Zwei Jahre später, am [[31. März]] [[1987]], wurde der letzte Koks in der Kokerei gedrückt. Die Entscheidung zur Stilllegung wurde von der RAG am [[3. Dezember]] [[1986]] getroffen. Insgesamt wurden in der Kokerei etwa 28 Millionen Tonnen Koks hergestellt und 270 Mann beschäftigt, als Nebenprodukte entstanden Teer, Benzol, Schwefel und Gas. Im Herbst [[1987]] wurde mit dem Abriss der Kokerei begonnen, der bis ins Frühjahr 1988 andauerte.<ref>[https://www.wa.de/hamm/bergbau-seine-altlasten-3048743.html Wa.de vom 9. August 2013]</ref>
[[Datei:Kissinger Höhe 1981.jpg|mini|rechts|Aufschüttung der Halde Kissinger Höhe, 1981]]
Zwei Jahre später, am [[31. März]] [[1987]], drückte man den letzten Koks in der Kokerei. Die Entscheidung zur Stilllegung wurde von der RAG am [[3. Dezember]] [[1986]] getroffen. In Ihrer Geschichte hatte die Kokerei etwa 28 Millionen Tonnen Koks hergestellt und zuletzt 270 Mann beschäftigt. Als Nebenprodukte entstanden Teer, Benzol, Schwefel und Gas. Im Herbst [[1987]] wurde mit dem Abriss der Kokerei begonnen, der bis ins Frühjahr [[1988]] andauerte.<ref>[https://www.wa.de/hamm/bergbau-seine-altlasten-3048743.html Wa.de vom 9. August 2013]</ref>


Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits über die Schließung einer weiteren Schachtanlage im östlichen Ruhrgebiet diskutiert, auch wenn noch nicht feststand, welche Zeche es treffen würde. Die Wahl fiel schließlich auf die Zeche [[Radbod]], die trotz der geplanten Nordwanderung in das Feld Donar im Jahr [[1990]] die Förderung einstellte. Die Reste von Radbod wurden von der Werkleitung auf der Zeche Westfalen, die seit 1989 in Personalunion die Werke in Bockum-Hövel und Ahlen leitete, übernommen. Teile der Belegschaft wechselten nach Heinrich-Robert, was auch diesmal nicht ohne Probleme vonstattenging, zumal für Radbod nur ein Hauptbetriebsplan zur Betriebsunterbrechung vorlag und die Kumpel bis zuletzt ihre Hoffnung auf die begonnene Nordwanderung gesetzt hatten.
Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits über die Schließung einer weiteren Schachtanlage im östlichen Ruhrgebiet diskutiert, auch wenn noch nicht feststand, welche Zeche es treffen würde. Die Wahl fiel schließlich auf die Zeche [[Radbod]], die trotz der geplanten Nordwanderung in das Feld Donar im Jahr [[1990]] die Förderung einstellte. Teile der Belegschaft wechselten nach Heinrich-Robert, was auch diesmal nicht ohne Probleme vonstattenging, zumal für Radbod nur ein Hauptbetriebsplan zur Betriebsunterbrechung vorlag und die Kumpel bis zuletzt ihre Hoffnung auf die begonnene Nordwanderung gesetzt hatten.


Heinrich-Roberts Grubenfeld hatte nun eine Größe von 37 km² erreicht; die Belegschaft bestand aus 5.326 Mann und förderte 3.336.924 t im Jahr. Dieser Rekordzahl folgte [[1994]] eine Beschränkung der Tagesfördermenge auf 9.000 t durch die RAG, was die Schließung der Tagesanlagen an Schacht Franz nach sich zog. Er wurde für Seilfahrten ein Jahr später nochmals in Betrieb genommen. Ein weiterer Meilenstein der Abbaugeschichte wurde ebenfalls 1994 mit dem Durchschlag der siebten Sohle zum Schacht Sandbochun erreicht.
Heinrich-Roberts Grubenfeld hatte nun eine Größe von 37 km² erreicht; die Belegschaft bestand aus 5.326 Mann und förderte 3.336.924 t im Jahr. Dieser Rekordzahl folgte [[1994]] eine Beschränkung der Tagesfördermenge auf 9.000 t durch die RAG, was die Schließung der Tagesanlagen an Schacht Franz nach sich zog. Er wurde für Seilfahrten ein Jahr später nochmals in Betrieb genommen. Ein weiterer Meilenstein der Abbaugeschichte wurde ebenfalls 1994 mit dem Durchschlag der siebten Sohle zum Schacht Sandbochun erreicht.


In den beiden nachfolgenden Jahren wurde das Grubenfeld Königsborn aufgegeben und der Durchschlag auf 890 m mit einem Hochdruck-Wasserdamm abgedämmt. Im Grubenfeld der 1981 geschlossenen Zeche Königsborn gab man die Wasserhaltung auf, um es absaufen zu lassen. Der bislang noch offene Schacht Königsborn IV wurde verfüllt.
In den beiden nachfolgenden Jahren (1995–1996) wurde das Grubenfeld Königsborn aufgegeben und der Durchschlag auf 890 m mit einem Hochdruck-Wasserdamm abgedämmt. Im Grubenfeld der 1981 geschlossenen Zeche Königsborn gab man die Wasserhaltung auf, um es absaufen zu lassen. Der bislang noch offene Schacht Königsborn IV wurde verfüllt.


=== Bergwerk Ost – 1998 bis 2010 ===
=== Bergwerk Ost – 1998 bis 2010 ===