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Bonni (Diskussion | Beiträge) (Neuer Input der Freiwilligen Feuerwehr Wiescherhöfen) |
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[[Bild:Gerätehaus-Whöfen-2016.jpg|miniatur|Gerätehaus 2016]] | [[Bild:Gerätehaus-Whöfen-2016.jpg|miniatur|Gerätehaus 2016]] | ||
[[Bild:FWFW Geraetehaus November 2024.jpg|miniatur|Gerätehaus 2024]] | |||
[[Bild:Schulungsraum-Bj1866-2013.jpg|miniatur|Schulungsraum Baujahr 1866, Aufnahme von 2013]] | [[Bild:Schulungsraum-Bj1866-2013.jpg|miniatur|Schulungsraum Baujahr 1866, Aufnahme von 2013]] | ||
Die '''Freiwillige Feuerwehr Einsatzbereich 43''' befindet sich in [[Wiescherhöfen]] | Die '''Freiwillige Feuerwehr Einsatzbereich 43''' befindet sich in [[Wiescherhöfen]] | ||
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== Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hamm-Wiescherhöfen == | == Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hamm-Wiescherhöfen == | ||
=== bis 1918 === | |||
Die Gemeinde Wiescherhöfen hatte eine Brandwehr, bei der alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren zur Mitarbeit verpflichtet waren. Die Brandwehr bestand aber nur in der Form, dass die Ausrüstung beschafft und zentral gelagert wurde. Zu diesem Zweck hatte die Gemeinde ein kleines Spritzenhaus an der Weetfelder Straße / Einmündung Kleystraße (heute Baumhofstraße). Dort stand die Druckspritze, 50 Meter Schlauch und ca. 50 lederne Eimer. Weiterhin waren alle Bürger verpflichtet, in ihren Häusern Ledereimer und Einreißhaken bereit zu halten. Die Druckspritze konnte selbstständig nicht ansaugen, so dass das Wasser von Hand zu Hand zur Spritze transportiert werden musste. Die Abläufe im Brandfall waren aber nicht geregelt. Die Gemeinde und die Bürger erkannten, dass die Abläufe optimiert werden mussten, um den Bürger schneller Hilfe zu leisten. | Die Gemeinde Wiescherhöfen hatte eine Brandwehr, bei der alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren zur Mitarbeit verpflichtet waren. Die Brandwehr bestand aber nur in der Form, dass die Ausrüstung beschafft und zentral gelagert wurde. Zu diesem Zweck hatte die Gemeinde ein kleines Spritzenhaus an der Weetfelder Straße / Einmündung Kleystraße (heute Baumhofstraße). Dort stand die Druckspritze, 50 Meter Schlauch und ca. 50 lederne Eimer. Weiterhin waren alle Bürger verpflichtet, in ihren Häusern Ledereimer und Einreißhaken bereit zu halten. Die Druckspritze konnte selbstständig nicht ansaugen, so dass das Wasser von Hand zu Hand zur Spritze transportiert werden musste. Die Abläufe im Brandfall waren aber nicht geregelt. Die Gemeinde und die Bürger erkannten, dass die Abläufe optimiert werden mussten, um den Bürger schneller Hilfe zu leisten. | ||
In einer Urkunde vom 18. Juni 1827, die von 29 Bauern und Köttern unterschrieben und vom Amtsbürgermeister Opderbeck beglaubigt ist, wird der Transport der Brandspritze und der Ausrüstung, sowie der Kostenersatz geregelt. | In einer Urkunde vom 18. Juni 1827, die von 29 Bauern und Köttern unterschrieben und vom Amtsbürgermeister Opderbeck beglaubigt ist, wird der Transport der Brandspritze und der Ausrüstung, sowie der Kostenersatz geregelt. Bei Ausbruch eines Brandes in der Gemeinde oder in einem benachbarten Ort, verpflichteten sich die Bauern Schulze zur Wiesch, Hoppe, Grönewiesch, Schnübbe, Tünnemann und die Witwe Brand, sobald sie von einem Brand Kenntnis erhielten, die Spritze mit sechs Pferden zu bespannen und zum Einsatzort zu fahren. Die übrigen Unterzeichner verpflichteten sich, dem Anspänner eine Vergütung von sieben und einem halben Silbergroschen per Pferd und Meile durch Umlage zu zahlen. Dieses galt für den direkten Weg zur Brandstätte und zurück. Voraussetzung war allerdings, dass die Brandspritze noch während des Brandes vor Ort war. Der Ortvorsteher der betroffenen Gemeinde musste dieses schriftlich bestätigen. Der Betrag wurde von den 29 Verpflichteten durch den Kommunalempfänger eingezogen und an den Anspänner ausgezahlt. Die Bedienung der Handdruckspritze erfolgte durch freiwillige Helfer und Nachbarn. | ||
Bei Ausbruch eines Brandes in der Gemeinde oder in einem benachbarten Ort, verpflichteten sich die Bauern Schulze zur Wiesch, Hoppe, Grönewiesch, Schnübbe, Tünnemann und die Witwe Brand, sobald sie von einem Brand Kenntnis erhielten, die Spritze mit sechs Pferden zu bespannen und zum Einsatzort zu fahren. Die übrigen Unterzeichner verpflichteten sich, dem Anspänner eine Vergütung von sieben und einem halben Silbergroschen per Pferd und Meile durch Umlage zu zahlen. Dieses galt für den direkten Weg zur Brandstätte und zurück. Voraussetzung war allerdings, dass die Brandspritze noch während des Brandes vor Ort war. Der Ortvorsteher der betroffenen Gemeinde musste dieses schriftlich bestätigen. Der Betrag wurde von den 29 Verpflichteten durch den Kommunalempfänger eingezogen und an den Anspänner ausgezahlt. Die Bedienung der Handdruckspritze erfolgte durch freiwillige Helfer und Nachbarn. | |||
Im Jahre 1904 wurde das Feuerlöschwesen auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Am 21. Dezember 1904 erging eine Polizeiverordnung der Provinz Westfalen, die die Gemeinden verpflichtete, eine Brandwehr bzw. Feuerwehr aufzustellen. Großstädte hatten zu dieser Zeit teilweise schon eine Berufsfeuerwehr. Nach zwei Versammlungen, am 2. Januar 1909 in der Gaststätte Refus und am 9. Januar 1909 in der Gaststätte Böckmann, wurde unter der Leitung von Gemeindevorsteher Isenbeck, die Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen gegründet. Die Angehörigen erhalten entsprechende Uniformen und Ausrüstung. Die Ausbildung beginnt einige Wochen später. | Im Jahre 1904 wurde das Feuerlöschwesen auf eine gesetzliche Grundlage gestellt. Am 21. Dezember 1904 erging eine Polizeiverordnung der Provinz Westfalen, die die Gemeinden verpflichtete, eine Brandwehr bzw. Feuerwehr aufzustellen. Großstädte hatten zu dieser Zeit teilweise schon eine Berufsfeuerwehr. Nach zwei Versammlungen, am 2. Januar 1909 in der Gaststätte Refus und am 9. Januar 1909 in der Gaststätte Böckmann, wurde unter der Leitung von Gemeindevorsteher Isenbeck, die Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen gegründet. Die Angehörigen erhalten entsprechende Uniformen und Ausrüstung. Die Ausbildung beginnt einige Wochen später. | ||
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Am 1. Weltkrieg nahmen 29 Feuerwehrmänner teil, von denen 8 ihr Leben für das Vaterland lassen mussten. Wilhelm Becker, gefallen am 29.06.1918 in Mannheim (Feldlazarett 7), Friedrich Kixmöller, gefallen am 21.09.1915 bei Rottaffler, Heinrich Kersting, gefallen am 31.05.1918 in Besme südlich von Chauny, Ernst Kleiböhmer, gefallen 16.08.1917 bei Lens, Karl Wolf, gefallen am 11.08.1918 bei La Neuville, Heinrich Heimbeck, gefallen am 16.02.1915 bei Perthes und Heinrich Schnübbe, gefallen am 31.05.1918 bei Soisson. | Am 1. Weltkrieg nahmen 29 Feuerwehrmänner teil, von denen 8 ihr Leben für das Vaterland lassen mussten. Wilhelm Becker, gefallen am 29.06.1918 in Mannheim (Feldlazarett 7), Friedrich Kixmöller, gefallen am 21.09.1915 bei Rottaffler, Heinrich Kersting, gefallen am 31.05.1918 in Besme südlich von Chauny, Ernst Kleiböhmer, gefallen 16.08.1917 bei Lens, Karl Wolf, gefallen am 11.08.1918 bei La Neuville, Heinrich Heimbeck, gefallen am 16.02.1915 bei Perthes und Heinrich Schnübbe, gefallen am 31.05.1918 bei Soisson. | ||
=== 1918-1945=== | |||
Am 23. Juni 1926 wird ein Trommlerkorps gegründet und der Personalbestand der Wehr erhöht sich von 60 auf 70 Mann. | Am 23. Juni 1926 wird ein Trommlerkorps gegründet und der Personalbestand der Wehr erhöht sich von 60 auf 70 Mann. | ||
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Im 2. Weltkrieg sind folgende Kameraden gefallen, gestorben, vermisst oder durch Bomben ums Leben gekommen: Fritz Ackermann, Heinrich Ackermann, Heinrich Brand, Heinrich Drewer, Ludwig Falkenreck, Bernhard Friedrichs, Friedrich Stehling, Fritz Gerling, Heinrich Hohaus, Wilhelm Hokamp, Wilhelm Kessler, Fritz Kleikamp, Helmut Kleikamp und Fritz Lange. Zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege wurde eine Ehrentafel im Gerätehaus installiert, die heute noch vorhanden ist. | Im 2. Weltkrieg sind folgende Kameraden gefallen, gestorben, vermisst oder durch Bomben ums Leben gekommen: Fritz Ackermann, Heinrich Ackermann, Heinrich Brand, Heinrich Drewer, Ludwig Falkenreck, Bernhard Friedrichs, Friedrich Stehling, Fritz Gerling, Heinrich Hohaus, Wilhelm Hokamp, Wilhelm Kessler, Fritz Kleikamp, Helmut Kleikamp und Fritz Lange. Zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege wurde eine Ehrentafel im Gerätehaus installiert, die heute noch vorhanden ist. | ||
Eine Woche nach der Besetzung durch die Engländer, am 8. April 1945, wurde der Feuerwehrdienst mit den noch vorhandenen Geräten wieder aufgenommen. Von Mai bis Juni wird der Landwirt Fritz Schulze-Selmig kommissarisch als Wehrführer eingesetzt. | Eine Woche nach der Besetzung durch die Engländer, am 8. April 1945, wurde der Feuerwehrdienst mit den noch vorhandenen Geräten wieder aufgenommen. Von Mai bis Juni wird der Landwirt Fritz Schulze-Selmig kommissarisch als Wehrführer eingesetzt. Zur Gemeinde Wiescherhöfen gehören: Selmigerheide, Kolonie, Daberg, Kissingerhöfen, Geist und Lohauserholz. | ||
Zur Gemeinde Wiescherhöfen gehören: Selmigerheide, Kolonie, Daberg, Kissingerhöfen, Geist und Lohauserholz. | |||
Im Juni 1945 übernimmt Karl Schnübbe die Führung innerhalb der Feuerwehr. Trotz der schwierigen Nachkriegsverhältnisse war der Bestand der Freiwilligen Feuerwehr niemals gefährdet. Die Personalstärke beträgt ca. 40 Mann. Durch die Kriegsschäden ist ein erheblicher Teil der Ausrüstung zerstört oder nur noch teilweise vorhanden. Es folgen Jahre des Behelfs und der Improvisation. Dennoch standen die Wehrmänner jederzeit für die Bürgerinnen und Bürger in Wiescherhöfen bei Not und Gefahr bereit. | Im Juni 1945 übernimmt Karl Schnübbe die Führung innerhalb der Feuerwehr. Trotz der schwierigen Nachkriegsverhältnisse war der Bestand der Freiwilligen Feuerwehr niemals gefährdet. Die Personalstärke beträgt ca. 40 Mann. Durch die Kriegsschäden ist ein erheblicher Teil der Ausrüstung zerstört oder nur noch teilweise vorhanden. Es folgen Jahre des Behelfs und der Improvisation. Dennoch standen die Wehrmänner jederzeit für die Bürgerinnen und Bürger in Wiescherhöfen bei Not und Gefahr bereit. | ||
=== 1946-1999=== | |||
Trotz widriger Nachkriegsumstände und durch den uneigennützigen Einsatz des Oberbrandmeisters Karl Schnübbe, wurde das heutige Gerätehaus mit 2 Wohnungen neben der Dorfschule errichtet. Das Löschfahrzeug stand im heutigen Übungsraum. Der Schlauchturm am hinteren Teil des Gebäudes ist handbetrieben und heute noch im Einsatz. Im Rahmen des ersten Feuerwehrfestes, an dem alle Wehren des Amtes Pelkum teilnahmen, wurde das neue Gerätehaus durch Bürgermeister Osterbrauck und dem Amtsbrandmeister, Keinemann am 17. September 1950 seiner Bestimmung übergeben. | Trotz widriger Nachkriegsumstände und durch den uneigennützigen Einsatz des Oberbrandmeisters Karl Schnübbe, wurde das heutige Gerätehaus mit 2 Wohnungen neben der Dorfschule errichtet. Das Löschfahrzeug stand im heutigen Übungsraum. Der Schlauchturm am hinteren Teil des Gebäudes ist handbetrieben und heute noch im Einsatz. Im Rahmen des ersten Feuerwehrfestes, an dem alle Wehren des Amtes Pelkum teilnahmen, wurde das neue Gerätehaus durch Bürgermeister Osterbrauck und dem Amtsbrandmeister, Keinemann am 17. September 1950 seiner Bestimmung übergeben. | ||
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Im April 1963 verstirbt plötzlich und unerwartet, während seiner aktiven Dienstzeit, der Leiter der Feuerwehr, Karl Schnübbe im Alter von nur 63 Jahren. Sein Nachfolger wird, nach einer einstimmigen Wahl am 16. Mai, der Schmiedemeister Wilhelm Bierkämper. Der stellvertretende Amtsbrandmeister Ewald Schlüter ernennt ihn zum Wehrführer. Fritz Lethaus übernimmt die Funktion des Stellvertreters. | Im April 1963 verstirbt plötzlich und unerwartet, während seiner aktiven Dienstzeit, der Leiter der Feuerwehr, Karl Schnübbe im Alter von nur 63 Jahren. Sein Nachfolger wird, nach einer einstimmigen Wahl am 16. Mai, der Schmiedemeister Wilhelm Bierkämper. Der stellvertretende Amtsbrandmeister Ewald Schlüter ernennt ihn zum Wehrführer. Fritz Lethaus übernimmt die Funktion des Stellvertreters. | ||
Der Gemeinderat beschließt eine Erweiterung des Gerätehauses durch die Neuerstellung dreier Garagen sowie den Umbau und die Modernisierung des alten Gerätehauses. Der Grundstein für die neue Fahrzeughalle wird am 13. Februar 1965 gelegt. Die neue Drehleiter wird 1965 von drei Feuerwehrkameraden vom Magirus Werk in Ulm abgeholt. Die Anschaffungskosten lagen bei ca. 110.000 Deutsche Mark. Das Amt Pelkum war zu dieser Zeit eines der größten in Nordrhein-Westfalen. Zum Amt Pelkum gehörten unter anderem auch die Gemeinden Bönen und Bergkamen. Die Drehleiter fuhr Einsätze teilweise bis nach Lünen, weil derartige Fahrzeuge nur sehr selten beschafft wurden. Bis zur Fertigstellung der Halle wird die neue Feuerwehrleiter auf dem Hof Schnickmann in Weetfeld untergestellt. Das im Jahre 1950 erbaute Gerätehaus wurde durch den Anbau der Halle für die Fahrzeuge und sonstigen Geräte, sowie dem Umbau der bisherigen Garage zu einem Schulungsraum erweitert. Somit wurde der Standort auf einem, der industriellen Entwicklung der Gemeinde entsprechenden Stand gebracht. | Der Gemeinderat beschließt eine Erweiterung des Gerätehauses durch die Neuerstellung dreier Garagen sowie den Umbau und die Modernisierung des alten Gerätehauses. Der Grundstein für die neue Fahrzeughalle wird am 13. Februar 1965 gelegt. Die neue Drehleiter wird 1965 von drei Feuerwehrkameraden vom Magirus Werk in Ulm abgeholt. Die Anschaffungskosten lagen bei ca. 110.000 Deutsche Mark. Das Amt Pelkum war zu dieser Zeit eines der größten in Nordrhein-Westfalen. Zum Amt Pelkum gehörten unter anderem auch die Gemeinden Bönen und Bergkamen. Die Drehleiter fuhr Einsätze teilweise bis nach Lünen, weil derartige Fahrzeuge nur sehr selten beschafft wurden. Bis zur Fertigstellung der Halle wird die neue Feuerwehrleiter auf dem Hof Schnickmann in Weetfeld untergestellt. Das im Jahre 1950 erbaute Gerätehaus wurde durch den Anbau der Halle für die Fahrzeuge und sonstigen Geräte, sowie dem Umbau der bisherigen Garage zu einem Schulungsraum erweitert. Somit wurde der Standort auf einem, der industriellen Entwicklung der Gemeinde entsprechenden Stand gebracht. Die feierliche Übergabe fand am 27. November 1965 statt. An diesem Tag wurde auch die Drehleiter offiziell vom Amtsbürgermeister Schmiedel an die Wehr übergeben. | ||
Die feierliche Übergabe fand am 27. November 1965 statt. An diesem Tag wurde auch die Drehleiter offiziell vom Amtsbürgermeister Schmiedel an die Wehr übergeben. | |||
Die Brandschützer verfügen im Jahre 1967 über zwei Fahrzeuge. Die Löschgruppe Weetfeld hat, im Einvernehmen der beiden Gemeinderäte, ihr neues Fahrzeug, ein TSF auf Ford Transit FK 1000, ebenfalls im Gerätehaus der Löschgruppe Wiescherhöfen untergestellt. Die Weetfelder Feuerwehr hat Zutritt zu allen Räumlichkeiten, Geräten und Fahrzeugen. | Die Brandschützer verfügen im Jahre 1967 über zwei Fahrzeuge. Die Löschgruppe Weetfeld hat, im Einvernehmen der beiden Gemeinderäte, ihr neues Fahrzeug, ein TSF auf Ford Transit FK 1000, ebenfalls im Gerätehaus der Löschgruppe Wiescherhöfen untergestellt. Die Weetfelder Feuerwehr hat Zutritt zu allen Räumlichkeiten, Geräten und Fahrzeugen. | ||
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Ein neues Löschfahrzeug erhält die Wehr am 6.2.1998. Das alte TLF 16/25 aus dem Jahre 1972 wurde bereits 1994, wegen erheblicher technischer Mängel ausgemustert. Zwischenzeitlich wurden andere Fahrzeuge der Feuerwehr Hamm für den Einsatzdienst genutzt. Aufgrund von Reparaturen der anderen Fahrzeuge hatte die Wehr mehrere Monate gar kein eigenes Löschgerät und musste leihweise auf Ausrüstung der Wehren aus Herringen und Pelkum zurückgreifen. Mit dem modernen Hilfeleistungslöschfahrzeug (LF 16/12, Mercedes / Schlingmann) endet ein jahrelanges Provisorium. Neue Fahrzeuge werden wieder in feuerrot (RAL 3000) beschafft. Eine erhöhte Warnwirkung wird mit gelben, reflektierenden Folien erreicht. Die Leuchtfarbe ist zu teuer und verblasst zu schnell. | Ein neues Löschfahrzeug erhält die Wehr am 6.2.1998. Das alte TLF 16/25 aus dem Jahre 1972 wurde bereits 1994, wegen erheblicher technischer Mängel ausgemustert. Zwischenzeitlich wurden andere Fahrzeuge der Feuerwehr Hamm für den Einsatzdienst genutzt. Aufgrund von Reparaturen der anderen Fahrzeuge hatte die Wehr mehrere Monate gar kein eigenes Löschgerät und musste leihweise auf Ausrüstung der Wehren aus Herringen und Pelkum zurückgreifen. Mit dem modernen Hilfeleistungslöschfahrzeug (LF 16/12, Mercedes / Schlingmann) endet ein jahrelanges Provisorium. Neue Fahrzeuge werden wieder in feuerrot (RAL 3000) beschafft. Eine erhöhte Warnwirkung wird mit gelben, reflektierenden Folien erreicht. Die Leuchtfarbe ist zu teuer und verblasst zu schnell. | ||
=== 2000-heute === | |||
Neuer Löschzugführer wird der Hauptbrandmeister Karl-Heinz Brepohl im Jahre 2000. Als Stellvertreter steht ihm Norbert von den Berg zur Seite. | Neuer Löschzugführer wird der Hauptbrandmeister Karl-Heinz Brepohl im Jahre 2000. Als Stellvertreter steht ihm Norbert von den Berg zur Seite. | ||
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Im Jahre 2012 entschloss sich die Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen die 1944 zerstörte Fahre neu produzieren zu lassen. Innerhalb von einem Jahr wurde das Projekt, durch primär eigene Spenden, finanziert. Der jüngste Spender war Angehöriger der JF und der älteste über 90 Jahre alt. Über das Projekt herrschte große Einigkeit. Das seltene Motiv der Fahne war auf einem Foto von 1929 erkennbar. Als Vorlage diente die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Lennestadt-Grevenbrück. Durch die Fahnenstickerei Liebl in Hamm wurde die Fahne in Handarbeit und sehr detailreich hergestellt. Im Jahre 2013 fand in der evang. Kirche die Fahnenweihe statt. | Im Jahre 2012 entschloss sich die Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen die 1944 zerstörte Fahre neu produzieren zu lassen. Innerhalb von einem Jahr wurde das Projekt, durch primär eigene Spenden, finanziert. Der jüngste Spender war Angehöriger der JF und der älteste über 90 Jahre alt. Über das Projekt herrschte große Einigkeit. Das seltene Motiv der Fahne war auf einem Foto von 1929 erkennbar. Als Vorlage diente die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Lennestadt-Grevenbrück. Durch die Fahnenstickerei Liebl in Hamm wurde die Fahne in Handarbeit und sehr detailreich hergestellt. Im Jahre 2013 fand in der evang. Kirche die Fahnenweihe statt. | ||
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Bild:Fahne-Vorne-2013.jpg|Vorderseite Fahne | |||
Bild:Fahne-hinten-2013.jpg|Rückseite Fahne | |||
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Im Jahre 2022 übernimmt der Brandinspektor Henrik Volmar die Einheitsführung. Sein Stellvertreter wird Florian Schulze. | |||
=== Wiederauffinden der Fahne == | |||
Im Januar 2022 erhielt die Freiwillige Feuerwehr eine überraschende Nachricht: Marco Redeker, von der Freiwilligen Feuerwehr Spenge-Lenzinghausen hat in dem Feuerwehrmuseum "Hall of Flame" in Phoenix (US-Bundesstaat Arizona) im Jahre 2019 eine Feuerwehrfahne entdeckt, welche später als die zerstört geglaubte Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Wiescherhöfen identifiziert wurde. | |||
Es wurden umgehend Verhandlungen mit dem Museum aufgenommen, um die Fahne in die Heimat zurück zu führen. Zunächst wurde ein Eigentumsanspruch bei der Stiftung „Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste“ angemeldet. Ein Eintrag in der "Lost Art Datenbank" wurde erstellt. Im Laufe der über zweijährigen Verhandlungen hat das Museum dann die ''[https://www.monumentsmenandwomenfnd.org/ Monuments Men an Woman Foundation" (MMWF)]'' mit dem Gründer Robert Morse Edsel in die Verhandlungen mit einbezogen. Diese Stiftung hat erhebliche Erfahrungen auf diesem Gebiet und war für die Verhandlungen ein Glückfall. Nur durch die Hilfe der Stiftung konnten die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Daher wurde die Fahne im Oktober 2023 zu der Hauptstelle der Stiftung in Dallas/Texas überführt. | |||
Im Oktober 2024 beauftrage der Einheitsführer der Feuerwehr Wiescherhöfen, Henrik Volmar, eine Abordnung, die Fahne in die Heimat zurück zu holen. Am 8. Oktober konnten dann sechs Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und ein Fotograf an der Rückgabezeremonie in der deutschen Botschaft in Washington D.C. teilnehmen. Aufgrund der schwierigen Parkplatzsituation, wurde der PKW der Reisegruppe an einer Feuerwache in der Nähe der Botschaft geparkt. Die Wachmannschaft, des District of Columbia Fire Departments, brachte dann die Wehrmänner aus Deutschland "standesgemäß" mit der Drehleiter zur Botschaft. | |||
[[Datei:FWFW Leiterwagen vor Botschaft.jpg|mini|rechts|Drehleiter des DCFD vor der deutschen Botschaft in Washington D.C. am 8.10.2024]]In einer Feierstunde, unter der Leitung des Gesandten der Bundesrepublik Deutschland, Axel Dittmann, sowie dem Minister Michael Hasper, Leiter für Kommunikation und Kultur, erfolgte die feierliche Rückgabe. Vertreter der Monuments Men an Woman Foundation mit Robert Morse Edsel und der Präsidentin der Stiftung, Anna Bottenelli und des US-Feuerwehrmuseums Hall of Flame, mit dem Kurator Mark Moorhead und dem Urengel des Gründers George Getz Jr. waren anwesend. Weiterhin waren Vertreter der Bank of America, des Federal Bureau of Investigation (FBI), des US-State Department, sowie hochrangige Vertreter des D.C. Fire Departments unter den Gästen. | |||
[[Datei:FWFW Uebergabe DC.jpg|mini|rechts|Übergabe in der deutschen Botschaft in Washington D.C. / USA am 8.10.2024, Von li. nach re: Henry Enns, Fabian Cichos, Robert Morse Edsel, Anna Bottinelli, Guido Krämer, Henrik Müller, Marius Kortmann, Ralf Schnübbe]] | |||
[[Datei:FWFW Unterschrift Schenkung DC.jpg|mini|rechts|Unterschrift der Schenkungsurkunde zw. der Monuments Men an Woman Foundation und der Feuerwehr Wiescherhöfen<br>Von li. nach re: Henry Enns, Guido Krämer, Anna Botinelli, Mark Moorhead, Ralf Schnübbe]]Es wurde von der Stiftung und der Abordnung eine Schenkungsurkunde unterzeichnet. | |||
Als Gastgeschenke erhielt die Monument Men an Woman Foundation ein Bild mit der Löschgruppe Wiescherhöfen aus dem Jahre 1929 (mit Fahne) und einer Dankeswidmung. Dieses Bild erhielt auch das Feuerwehrmuseum in Arizona. Weiterhin wurde für das Museum eine Uniform der Feuerwehr Hamm und eine funktionstüchtige Druckluft-Sondersignalanlage der Fa. Max B. Martin an den Kurator Mark Moorhead übergeben. | |||
Der Weg der Fahne konnte größtenteils nachvollzogen werden: Nach dem Bombenangriff am 22.4.1944 hat ein Feuerwehrmann oder Bürger die Fahne sichergestellt. Im Jahre 1945 wurde die Fahne aufgefunden und von einem englischen Soldaten mit nach Großbritannien genommen. In den Jahren zwischen 1961 bis 1965 tauchte die Fahne bei einer Versteigerung in London auf und George Getz, vom Museum "Hall of Flame" ersteigerte sie und nahm sie mit zum Museum in US-Bundesstaat Wisconsin. Im Jahre 1974 zog das Museum und die Fahne um, nach Phoenix in Arizona. Nachdem das alte Kulturgut ungefähr 50 Jahre im Asservatenraum des Museums gelagert wurde, entschloss sich das Museum im Jahre 2016 die Fahne zu restaurienen und diese auszustellen. Von dort landete die Fahne bei der MMWF in Dallas, danach in Washington D.C. Die Rückreise auf dem Postweg führte über Memphis, New York, Paris, Bonn wieder nach Wiescherhöfen. Somit summiert sich der Weg der Fahne auf ca. 23 000 Kilometer. | |||
[[Datei:FWFW Uebergabe Hamm.jpg|mini|rechts| Übergabe der Fahne im Hamm am 20.12.2024<br>Von li. nach re.: Elke Liebl-Werner, Sachverständige und Fahnenstickerin, Ltd. Branddirektor Daniel Hüwe, Leiter der Feuerwehr Hamm Brandinspektor Henrik Volmar, Einheitsführer der Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen, Oberfeuerwehrmann Marco Redeker, Freiwillige Feuerwehr Spenge-Lenzinghausen | |||
Oberbrandmeister Florian Schulze, stellv. Einheitsführer der Freiwillige Feuerwehr Wiescherhöfen]] | |||
Am 20.12.2024 wurde dann, innerhalb einer Feierstunde im Feuerwehrgerätehaus Wiescherhöfen, die Fahne und die Schenkungsurkunde von der Abordnung an die Einheitsführung übergeben. Somit war die Fahne offiziell, nach über 80 Jahren, wieder im Besitz des Fördervereines der Freiwilligen Feuerwehr Wiescherhöfen übergegangen. | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
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