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Heute werden große Teile des Rangierbahnhofs vom DB-Stillstandsmanagement für die Abstellung von ausgemusterten Reisezugwagen und Dieseltriebwagen benutzt. Der Rangierbahnhof arbeitet nur mehr mit 10 % der ursprünglichen Kapazität von fast 10.000 Waggons täglich. Die überregionalen Zugbildungsaufgaben sind auf den Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle übergegangen, dem Hamm Rbf als Knotenbahnhof angegliedert ist. Zum Rangierbahnhof gehörte einst das Bahnbetriebswerk Hamm G mit zwei Schiebebühnen und einem Rechtecklokschuppen. Bereits [[1966]] wurde es mit dem nahen Bw Hamm P zu einer einheitlichen Dienststelle „Bw Hamm (Westf.)“ zusammengelegt. Bereits ab Ende der 50er-Jahre begann man, die Schnellzugdampfloks des Bw Hamm durch Diesellokomotiven der Baureihe V 200.0 zu ersetzen. Der besonders lange Lokschuppen des ehemaligen Bw Hamm P eignete sich gut für die Wartung kompletter Triebzüge, weswegen die Baureihen 601 und 403 in Hamm beheimatet wurden. Nach der Ausmusterung der genannten Fahrzeuge verschob sich der Schwerpunkt der Instandhaltung im Bw Hamm auf Rangierlokomotiven und Nebenfahrzeuge. Nachdem in den Jahren zuvor noch die Rangierlokbestände der Betriebswerke Bielefeld und Münster übernommen worden waren, endete die Triebfahrzeuginstandhaltung und -Beheimatung im Bw Hamm am [[31. März]] [[2001]]. Seine Aufgaben wurden vom Betriebswerk Hagen übernommen. Hamm ist jedoch nach wie vor eine wichtige Personaleinsatzstelle der DB Schenker Rail Deutschland, da viele durchlaufende Güterzüge einen Zwischenstopp zum Personalwechsel im Rangierbahnhof Hamm einlegen. | Heute werden große Teile des Rangierbahnhofs vom DB-Stillstandsmanagement für die Abstellung von ausgemusterten Reisezugwagen und Dieseltriebwagen benutzt. Der Rangierbahnhof arbeitet nur mehr mit 10 % der ursprünglichen Kapazität von fast 10.000 Waggons täglich. Die überregionalen Zugbildungsaufgaben sind auf den Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle übergegangen, dem Hamm Rbf als Knotenbahnhof angegliedert ist. Zum Rangierbahnhof gehörte einst das Bahnbetriebswerk Hamm G mit zwei Schiebebühnen und einem Rechtecklokschuppen. Bereits [[1966]] wurde es mit dem nahen Bw Hamm P zu einer einheitlichen Dienststelle „Bw Hamm (Westf.)“ zusammengelegt. Bereits ab Ende der 50er-Jahre begann man, die Schnellzugdampfloks des Bw Hamm durch Diesellokomotiven der Baureihe V 200.0 zu ersetzen. Der besonders lange Lokschuppen des ehemaligen Bw Hamm P eignete sich gut für die Wartung kompletter Triebzüge, weswegen die Baureihen 601 und 403 in Hamm beheimatet wurden. Nach der Ausmusterung der genannten Fahrzeuge verschob sich der Schwerpunkt der Instandhaltung im Bw Hamm auf Rangierlokomotiven und Nebenfahrzeuge. Nachdem in den Jahren zuvor noch die Rangierlokbestände der Betriebswerke Bielefeld und Münster übernommen worden waren, endete die Triebfahrzeuginstandhaltung und -Beheimatung im Bw Hamm am [[31. März]] [[2001]]. Seine Aufgaben wurden vom Betriebswerk Hagen übernommen. Hamm ist jedoch nach wie vor eine wichtige Personaleinsatzstelle der DB Schenker Rail Deutschland, da viele durchlaufende Güterzüge einen Zwischenstopp zum Personalwechsel im Rangierbahnhof Hamm einlegen. | ||
== Multi-Hub Westfalen == | |||
Ursprünglich war geplant, große Teile der nicht mehr benötigten Bahnanlagen des Rangierbahnhofs zu entwidmen und einer städtebaulichen Nachnutzung zuzuführen, beispielsweise einer Bebauung mit Gewerbe- und Wohnflächen. Am [[1. Oktober]] [[2021]] verkündeten Deutsche Bahn, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und das Rathaus jedoch eine Absichtserklärung, der zufolge der Rangierbahnhof auf 60 ha bis 2028 zum „Multi-Hub Westfalen“, einem Güterdrehkreuz zwischen Schiene, Straße und Wasserwegen, umgebaut werden soll. | Ursprünglich war geplant, große Teile der nicht mehr benötigten Bahnanlagen des Rangierbahnhofs zu entwidmen und einer städtebaulichen Nachnutzung zuzuführen, beispielsweise einer Bebauung mit Gewerbe- und Wohnflächen. Am [[1. Oktober]] [[2021]] verkündeten Deutsche Bahn, Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und das Rathaus jedoch eine Absichtserklärung, der zufolge der Rangierbahnhof auf 60 ha bis 2028 zum „Multi-Hub Westfalen“, einem Güterdrehkreuz zwischen Schiene, Straße und Wasserwegen, umgebaut werden soll. | ||
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Am [[4. Mai]] [[2022]] wurde die Gründung der ''Entwicklungsagentur für nachhaltigen Güterverkehr'' offiziell beurkundet. Zu diesem Zweck hatte Oberbürgermeister [[Marc Herter]] (SPD) den Bundestagsabgeordneten [[Michael Thews]] (SPD) sowie Michael Theurer, den Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Digitales und Verkehr und Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr, zu Gast. | Am [[4. Mai]] [[2022]] wurde die Gründung der ''Entwicklungsagentur für nachhaltigen Güterverkehr'' offiziell beurkundet. Zu diesem Zweck hatte Oberbürgermeister [[Marc Herter]] (SPD) den Bundestagsabgeordneten [[Michael Thews]] (SPD) sowie Michael Theurer, den Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Digitales und Verkehr und Beauftragten der Bundesregierung für den Schienenverkehr, zu Gast. | ||
=== Gesellschafter === | |||
Gesellschafter der neuen Agentur wurden mit | Gesellschafter der neuen Agentur wurden mit | ||
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Als Geschäftsführer wurden Thomas Hesse (DB Cargo) und Marc Berendes (Wirtschaftsförderung Hamm) berufen.<ref>[https://www.hamm.de/aktuelles/multi-hub-westfalen-schreibt-geschichte-der-gueterverkehrslogistik-neu Hamm.de – Pressemitteilung vom 4. Mai 2022]</ref> | Als Geschäftsführer wurden Thomas Hesse (DB Cargo) und Marc Berendes (Wirtschaftsförderung Hamm) berufen.<ref>[https://www.hamm.de/aktuelles/multi-hub-westfalen-schreibt-geschichte-der-gueterverkehrslogistik-neu Hamm.de – Pressemitteilung vom 4. Mai 2022]</ref> | ||
=== Finanzierung === | |||
Die Agentur wird im Zuge des „5-Standorte-Programms“ für ehemalige Standorte von Kohlekraftwerken mit 6,5 Millionen € gefördert.<ref>[https://www.dvz.de/rubriken/land/kombinierter-verkehr/detail/news/multi-hub-westfalen-kommt-in-fahrt.html Deutsche Verkehrs-Zeitung vom 8. Mai 2022]</ref> | Die Agentur wird im Zuge des „5-Standorte-Programms“ für ehemalige Standorte von Kohlekraftwerken mit 6,5 Millionen € gefördert.<ref>[https://www.dvz.de/rubriken/land/kombinierter-verkehr/detail/news/multi-hub-westfalen-kommt-in-fahrt.html Deutsche Verkehrs-Zeitung vom 8. Mai 2022]</ref> | ||
Nach Berichten der Deutschen Verkehrs-Zeitung beläuft sich das Projektvolumen auf insgesamt 500 Millionen €. | Nach Berichten der Deutschen Verkehrs-Zeitung beläuft sich das Projektvolumen auf insgesamt 500 Millionen €. | ||
=== Maßnahmen === | |||
Die gesamt Investitions-Summe verteilt sich zu ca. je einem Drittel auf Straßen- und Schienenbau sowie Investitionen in Immobilien. Mit Stichtag Mai 2022 waren jedoch noch nicht alle Förderanträge tatsächlich gestellt.<ref>[https://www.dvz.de/rubriken/land/kombinierter-verkehr/detail/news/multi-hub-westfalen-kommt-in-fahrt.html Deutsche Verkehrs-Zeitung vom 8. Mai 2022]</ref> | Die gesamt Investitions-Summe verteilt sich zu ca. je einem Drittel auf Straßen- und Schienenbau sowie Investitionen in Immobilien. Mit Stichtag Mai 2022 waren jedoch noch nicht alle Förderanträge tatsächlich gestellt.<ref>[https://www.dvz.de/rubriken/land/kombinierter-verkehr/detail/news/multi-hub-westfalen-kommt-in-fahrt.html Deutsche Verkehrs-Zeitung vom 8. Mai 2022]</ref> | ||
===== Straßen ==== | ===== Straßen ===== | ||
Im Zuge der Planungen für den Multi-Hub soll die Errichtung der Kreisstraße 35n (K 35n) forciert werden, der Verbindung von [[Rathenaustraße]] (auf Höhe des [[Wiescherbach|Wiescher Bachs]]) und [[Kamener Straße]].<ref>[https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/stadt-hamm-forciert-plaene-zu-erschliessung-des-rangierbahnhofs-91078802.html Wa.de vom 27. Oktober 2021]</ref> Laut eines Gutachtens des Ingenieurbüros ''BBW Bochum'' im Auftrag der ''DB Cargo'', des späteren Betreibers des Multi-Hubs, werden insgesamt 600 LKW-Fahrten am Tag erwartet, in der Regeln zwischen 06:00 Uhr und 20:00 Uhr, wovon voraussichtlich 360 Fahrten über [[Wiescherhöfen]] und [[Pelkum]] führen werden. Deshalb empfehlen die Gutachter die Errichtung eben jeder K 35n und den Bau einer Lärmschutzwand sowie eine Temporeduzierung auf 30 km/h im Bereich der Ortsdurchfahrt Wiescherhöfen. Das bisherige Straßennetz in der Nähe des Rangierbahnhofs, vor allem die [[Lohauserholzstraße]] und [[Weetfelder Straße]], werden als nicht hinreichend leistungsfähig eingestuft.<ref>[https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/multi-hub-westfalen-auf-rangierbahnhof-hamm-sorgt-fuer-mehr-lkw-91191519.html Wa.de vom 21. Dezember 2021]</ref> | Im Zuge der Planungen für den Multi-Hub soll die Errichtung der Kreisstraße 35n (K 35n) forciert werden, der Verbindung von [[Rathenaustraße]] (auf Höhe des [[Wiescherbach|Wiescher Bachs]]) und [[Kamener Straße]].<ref>[https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/stadt-hamm-forciert-plaene-zu-erschliessung-des-rangierbahnhofs-91078802.html Wa.de vom 27. Oktober 2021]</ref> Laut eines Gutachtens des Ingenieurbüros ''BBW Bochum'' im Auftrag der ''DB Cargo'', des späteren Betreibers des Multi-Hubs, werden insgesamt 600 LKW-Fahrten am Tag erwartet, in der Regeln zwischen 06:00 Uhr und 20:00 Uhr, wovon voraussichtlich 360 Fahrten über [[Wiescherhöfen]] und [[Pelkum]] führen werden. Deshalb empfehlen die Gutachter die Errichtung eben jeder K 35n und den Bau einer Lärmschutzwand sowie eine Temporeduzierung auf 30 km/h im Bereich der Ortsdurchfahrt Wiescherhöfen. Das bisherige Straßennetz in der Nähe des Rangierbahnhofs, vor allem die [[Lohauserholzstraße]] und [[Weetfelder Straße]], werden als nicht hinreichend leistungsfähig eingestuft.<ref>[https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/multi-hub-westfalen-auf-rangierbahnhof-hamm-sorgt-fuer-mehr-lkw-91191519.html Wa.de vom 21. Dezember 2021]</ref> | ||
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Langfristig ist auch der mittelbare Anschluss an die [[A2|A 2]] über die derzeit in Vorplanung befindliche [[B 63n]] geplant.<ref>[https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/hamm-wird-logistik-drehscheibe-aus-rangierbahnhof-wird-fuer-viele-millionen-euro-multi-hub-91026906.html Wa.de vom 1. Oktober 2021]</ref> | Langfristig ist auch der mittelbare Anschluss an die [[A2|A 2]] über die derzeit in Vorplanung befindliche [[B 63n]] geplant.<ref>[https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/hamm-wird-logistik-drehscheibe-aus-rangierbahnhof-wird-fuer-viele-millionen-euro-multi-hub-91026906.html Wa.de vom 1. Oktober 2021]</ref> | ||
==== Schienen und Kanäle ==== | ===== Schienen und Kanäle ===== | ||
In das Projekt wird das von Lanfer Logistik bereits errichtete Schiene-Wasser-Güterterminal „Maxi-Terminal“ integriert, über das jährlich bei voller Auslastung bis zu 52.000 Ladeeinheiten aller Größen zwischen [[Kanal]] und Schiene umgeschlagen werden sollen.<ref>[https://www.hamm.de/aktuelles/multi-hub-westfalen-schreibt-geschichte-der-gueterverkehrslogistik-neu Hamm.de – Pressemitteilung vom 4. Mai 2022]</ref> | In das Projekt wird das von Lanfer Logistik bereits errichtete Schiene-Wasser-Güterterminal „Maxi-Terminal“ integriert, über das jährlich bei voller Auslastung bis zu 52.000 Ladeeinheiten aller Größen zwischen [[Kanal]] und Schiene umgeschlagen werden sollen.<ref>[https://www.hamm.de/aktuelles/multi-hub-westfalen-schreibt-geschichte-der-gueterverkehrslogistik-neu Hamm.de – Pressemitteilung vom 4. Mai 2022]</ref> | ||