Haus Vorschulze: Unterschied zwischen den Versionen

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|Denkmalliste=No. 56 seit dem 11. März 1986
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|erfasst=11. September 2013
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Das ''' Haus Vorschulze''' an der '''Südstraße 8''' (alt: [[Häuserbuch|Nro 558]]) wurde im Jahr 1744 durch den damaligen Bürgermeister [[Gottfried Balthasar Rademacher]] und seine Ehefrau Eva Catharina geb. Retberg erbaut. Es steht seit März 1986 unter [[Baudenkmäler|Denkmalschutz]].
Das ''' Haus Vorschulze''' an der '''Südstraße 8''' (alt: [[Häuserbuch|Nro 558]]) wurde im Jahr 1744 durch den damaligen Bürgermeister [[Gottfried Balthasar Rademacher]] und seine Ehefrau Eva Catharina (geb. Retberg) erbaut. Es steht seit März 1986 unter [[Baudenkmäler|Denkmalschutz]].


== Baubeschreibung ==
== Baubeschreibung ==
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 wurde das Haus auf zwei alten Hausstätten als traufenständiges, zweigeschossiges Flurhaus<ref> Bernhardt 2001, S. 78</ref> neu errichtet.<ref> Der Unnaer Stadtarchivar Willy Timm († 1999) vermutete, dass der märkische Baumeister [[Johann Michael Moser]] das Haus errichtet hat; vgl. Kaldewei 1982, S. 68f.</ref> Die Hauptfassade zur Südstraße hin wird durch vier Pilaster gegliedert, deren Kapitelle in der Fensterzone des Obergeschosses liegen. Das schmiedeeiserne Treppengeländer aus dem Jahr 1744 ist mit den Initialen der Erbauer GBR (= [[Gottfried Balthasar Rademacher]]) und ECR (= Eva Catharina Retberg) versehen.<ref> Vgl. Jucho 1927, S. 215; Bernhardt 2001, S. 79</ref><br>
Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 wurde das Haus auf zwei alten Hausstätten als traufenständiges, zweigeschossiges Flurhaus<ref>Bernhardt 2001, S. 78</ref> neu errichtet.<ref>Der Unnaer Stadtarchivar Willy Timm († 1999) vermutete, dass der märkische Baumeister [[Johann Michael Moser]] das Haus errichtet hat; vgl. Kaldewei 1982, S. 68f.</ref> Die Hauptfassade zur Südstraße hin wird durch vier Pilaster gegliedert, deren Kapitelle in der Fensterzone des Obergeschosses liegen. Das schmiedeeiserne Treppengeländer aus dem Jahr 1744 ist mit den Initialen der Erbauer GBR (= [[Gottfried Balthasar Rademacher]]) und ECR (= Eva Catharina Retberg) versehen.<ref> Vgl. Jucho 1927, S. 215; Bernhardt 2001, S. 79</ref>
 
Nach dem Tode der Erbauer ging das Haus auf die Tochter Marianne und deren Ehemann Oberstleutnant Ernst von Romberg über. Noch 1805 wohnte im Hause die Witwe von Romberg. 1828 erwarb Justizkommissar Friedrich August Overbeck († 1840) das Haus von deren Erben. 1843 kaufte [[Johann Heinrich Wilhelm Lent]] († 1868), Präsident des [[Oberlandesgericht|Oberlandesgerichts]] Hamm, das Gebäude von der Witwe Overbeck; anschließend nutzte es der Kornhändler Franz Klaphecke teilweise als Handelskontor und baute hinter dem Haus Lagerräume an. Die Tochter Antonia Klaphecke heiratete 1870 den Kornhändler Christian Heinrich Vorschulze, nach dem das Haus seinen heutigen Namen trägt. 1902 verfügte dieser über den Telefonanschluss Nr. 23 (''Vorschulze, C.H., Getreidehändler, Südstr. 8''). Es blieb dann bis 1976 im Besitz der Familie Vorschulze und wurde schließlich an die Stadt Hamm verkauft.
Nach dem Tode der Erbauer ging das Haus auf die Tochter Marianne und deren Ehemann Oberstleutnant Ernst von Romberg über. Noch 1805 wohnte im Hause die Witwe von Romberg. 1828 erwarb Justizkommissar Friedrich August Overbeck († 1840) das Haus von deren Erben. 1843 kaufte [[Johann Heinrich Wilhelm Lent]] († 1868), Präsident des [[Oberlandesgericht|Oberlandesgerichts]] Hamm, das Gebäude von der Witwe Overbeck; anschließend nutzte es der Kornhändler Franz Klaphecke teilweise als Handelskontor und baute hinter dem Haus Lagerräume an. Die Tochter Antonia Klaphecke heiratete 1870 den Kornhändler Christian Heinrich Vorschulze, nach dem das Haus seinen heutigen Namen trägt. 1902 verfügte dieser über den Telefonanschluss Nr. 23 (''Vorschulze, C.H., Getreidehändler, Südstr. 8''). Es blieb dann bis 1976 im Besitz der Familie Vorschulze und wurde schließlich an die Stadt Hamm verkauft.


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== Baudenkmaleintrag ==
== Baudenkmaleintrag ==
Die Denkmaleigenschaft erfasst sowohl die Fassade, das Dach, Vortreppe und Treppenhaus als auch die Grundkonzeption des Gebäudes. <ref>Denkmalwertbegründung - zitiert nach [[Denkmalliste der Stadt Hamm]], Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 56</ref>
Die Denkmaleigenschaft erfasst sowohl die Fassade, das Dach, Vortreppe und Treppenhaus als auch die Grundkonzeption des Gebäudes.<ref>Denkmalwertbegründung zitiert nach [[Denkmalliste der Stadt Hamm]], Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 56</ref>


== Fotos ==
== Fotos ==
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== Literatur ==
== Literatur ==
* Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 43. Stadt Hamm, Münster 1936, Nachdruck Warburg 1994, S. 153-154.  
* Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen 43. Stadt Hamm, Münster 1936, Nachdruck Warburg 1994, S. 153–154.  
* Kirsten Bernhardt: ''Die Entwicklung des Wohnens'', in: Die vergessene Geschichte - 775 Jahre Frauenleben in Hamm. Werkstattberichte, hrsg. von Antje Flüchter-Sheryari - Maria Perrefort, Hamm 2001, S. 74-83, hier: S. 78-80.
* Kirsten Bernhardt: ''Die Entwicklung des Wohnens''. In: Die vergessene Geschichte - 775 Jahre Frauenleben in Hamm. Werkstattberichte, hrsg. von Antje Flüchter-Sheryari Maria Perrefort, Hamm 2001, S. 74–83, hier: S. 78–80.
* Gerhard Kaldewei: ''Stuniken und Vorschulze. Zwei Hammer Bürgerhäuser. Eine hausgeschichtliche Studie'', Hamm 1982, S. 58-93.
* Gerhard Kaldewei: ''Stuniken und Vorschulze. Zwei Hammer Bürgerhäuser. Eine hausgeschichtliche Studie'', Hamm 1982, S. 58–93.
* Max Jucho: ''Alte Hammer Bauten'', in: 700 Jahre Stadt Hamm, hrsg. vom Magistrat der Stadt Hamm, Hamm 1927, Nachdruck Werl 1973, S. 177-230, hier: S. 215-217.
* Max Jucho: ''Alte Hammer Bauten''. In: 700 Jahre Stadt Hamm, hrsg. vom Magistrat der Stadt Hamm, Hamm 1927, Nachdruck Werl 1973, S. 177-230, hier: S. 215-217.
* N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 56, Stadt Hamm - 65/Untere Denkmalbehörde
* N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 56, Stadt Hamm 65/Untere Denkmalbehörde


== Weblinks ==
== Weblinks ==