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Im Frühjahr 2024 berichtete der Westfälische Anzeiger, dass sich die Lippeauen in der Tierwelt immer größerer Beliebtheit erfreuen. Neben den bereits länger zurückgekehrten [[Störche in Hamm|Störchen]] und [[Biber in der Hammer Lippeaue|Bibern]] seien hier Eisvögel und diverse Zugvögel, darunter Grünschenkel und Alpenstrandläufer beobachtet worden. Gänsearten wie die Blässgans würden offenbar sogar in den Lippeauen überwintern. Daneben würden sich, so eine Mitteilung der Stadt Hamm, die Populationen von Amphibienarten wie dem Kammmolch und dem grünen Laubfrosch erholen. Auch die bedrohte Knoblauchkröte sei nun in Hamm heimisch. Daneben berichtete die Stadt Hamm auch von Erfolgen bei der Diversifikation der Flora, wenngleich der geplante Auwald Zeit für seine Entwicklung brauche.<ref>Frank Lahme: [https://www.wa.de/hamm/uentrop-ort370525/hamm-immer-mehr-tiere-finden-in-den-lippeauen-ein-neues-zuhause-92811325.html ''Immer mehr Tiere finden in den Lippeauen ein neues Zuhause'']. In: wa.de vom 4. Februar 2024.</ref> | |||
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Version vom 6. August 2025, 19:42 Uhr

Lippewiesen oder Lippeauen nennt man im Volksmund das Gebiet nördlich entlang der Lippe, begrenzt durch die B61 (Dolberger Straße bzw. Heessener Straße). Der Flugplatz Hamm, das Schloss Heessen und das Schloss Oberwerries liegen in den Lippewiesen.
Lippewiesen bzw. Auen gibt es natürlich nicht nur hier, sondern am gesamten Lauf der Lippe. Auf Hammer Stadtgebiet beginnen sie in Uentrop, wo auch mehrfach Störche und Biber gesichtet wurden, und führen weit über die Stadtmitte bzw. Hamm-Norden bis Bockum-Hövel und darüber hinaus.
Geschichte
Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Großstadt Hamm fand unter anderem eine Begradigung der Lippe statt. In die Lippeauen wurde hierdurch erheblich eingegriffen.
Mit dem LIFE-Projekt Lippeaue (2005–2010) wurde eine Renaturierung und Verbesserung der Lebensräume von Tieren und Pflanzen in fünf Teilgebieten entlang der Lippe angestrebt. Gleichzeitig sollte die Lippeaue so für Ausflügler besser erschlossen werden. Die Arbeiten fanden in den östlichen Lippeauen in den Bezirken Heessen und Uentrop statt. Das LIFE-Projekt wurde vom LIFE+-Projekt (2010–2015) mit demselben Ziel gefolgt.
Eine Renaturierung der Lippeauen im westlichen Teil, ab der Nordenbrücke bis nach Bockum-Hövel, erfolgte schließlich von 2018 bis 2023 durch das Projekt Erlebensraum Lippeaue.
Im Frühjahr 2024 berichtete der Westfälische Anzeiger, dass sich die Lippeauen in der Tierwelt immer größerer Beliebtheit erfreuen. Neben den bereits länger zurückgekehrten Störchen und Bibern seien hier Eisvögel und diverse Zugvögel, darunter Grünschenkel und Alpenstrandläufer beobachtet worden. Gänsearten wie die Blässgans würden offenbar sogar in den Lippeauen überwintern. Daneben würden sich, so eine Mitteilung der Stadt Hamm, die Populationen von Amphibienarten wie dem Kammmolch und dem grünen Laubfrosch erholen. Auch die bedrohte Knoblauchkröte sei nun in Hamm heimisch. Daneben berichtete die Stadt Hamm auch von Erfolgen bei der Diversifikation der Flora, wenngleich der geplante Auwald Zeit für seine Entwicklung brauche.[1]
Landschaftsschutzgebiet Lippewiesen (LSG 38)
Als Lippewiesen wird auch das in dem gültigen Landschaftsplan Ost der Stadt Hamm so benannte Landschaftsschutzgebiet (LSG) nördlich entlang der Lippe, begrenzt durch die B61 (Dolberger Straße bzw. Heessener Straße), bezeichnet („LSG 38 Lippewiesen“).
Durch den Status als LSG hier verschiedene Tätigkeiten nicht erlaubt, darunter Verfüllen der Gewässer, Wegebau, Befahren mit KFZ außerhalb bestehender Wege, Motorsport, Modellsport, Starten und Landen mit Ultraleichtflugzeugen und Gleitschirmen, Beseitigen von Gehölzen, Zelten, Lagern, Errichtung baulicher Anlagen, Freilaufenlassen von Hunden, Abstellen von Wohnwagen. Für die Durchführung der landwirtschaftlichen Nutzung gelten auch einige wenige Beschränkungen: Flächen dürfen nicht drainiert und Grünland nicht zu Acker umbrochen werden.
Ausdrücklich erlaubt ist die ruhige, stille Erholung.
Das Gebiet ist ökologisch wertvoll. Hier leben eine große Zahl von Vogelarten, ebenso Amphibienarten (Frösche, Kröten, Molche), Schmetterlinge und Libellen. Ein Gutachten des Lippeverbandes, erstellt zum in den Lippewiesen geplanten Lippesees (der von der Hammer Bevölkerung abgelehnt worden ist), hat hier 62 Vogelarten registriert. Einige dieser Arten sind sehr selten. Viele Wiesenvögel, insbesondere Kiebitze mit einem sehr großen Individuenbestand, leben hier. Die Bekassine, ein stark gefährdete Schnepfenart, ist an nur zwei Plätzen in Hamm vertreten – einer der Plätze liegt in den Lippewiesen. Auch das Tüpfelsumpfhuhn, eine heimlich lebende, selten rufende und nur von Experten feststellbare Wasservogelart, ist hier anzutreffen.
Die Lippewiesen weisen mindestens 1700 Meter Lippealtarme auf, dazu Teiche, Tümpel und Blänken mit feuchten Grünlandbereichen und Gehölzen. Sie prägen den Auenbereich der Lippe.
Das Landschaftsschutzgebiet 38 Lippewiesen ist aus ökologischer Sicht so wertvoll, dass es nach Auffassung des Naturschutzbundes Hamm (NABU) den höheren Schutzstatus Naturschutzgebiet verdient hätte.
Siehe auch
- Lippe
- Lippe (Fotos)
- LIFE-Projekt Lippeaue
- Erlebensraum Lippeaue
- Biber in der Hammer Lippeaue
- Störche in Hamm
- Umweltschutz in Hamm
Einzelnachweise
- ↑ Frank Lahme: Immer mehr Tiere finden in den Lippeauen ein neues Zuhause. In: wa.de vom 4. Februar 2024.