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Herbert Dunkel: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Herbert Dunkel''' (* [[29. Mai]] [[1931]] in [[Werries]] heute ein [[Stadtteil]] im [[Stadtbezirk]] [[Uentrop]] von [[Hamm]]; † [[15. August]] [[2020]] in Hamm) war ein Architekt und Künstler.


=== Kindheit, Ausbildung und beruflicher Werdegang ===
'''Herbert Dunkel''' (* [[29. Mai]] [[1931]] in Hamm) ist ein Architekt und Künstler.
Nach dem Studium an der Ingenieurschule Hagen hat sich Dunkel ab 1960 als Architekt in eigenem Planungsbüro in [[Bockum-Hövel]] niedergelassen.


Neben seinem Kollegen [[Kurt Römer]] war er maßgeblich an der Planung der [[Versöhnungskirche]] in [[Heessen]] beteiligt.
Herbert Dunkel wurde im Hammer Stadtteil Werries geboren und wuchs in Hamm auf, wo er auch zur Schule ging. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Maurer und arbeitete zwei Jahre lang als Geselle in seinem erlernten Handwerk.
 
Durch die Bekanntschaft mit dem Künstler [[Fritz Viegener]] hat sich Dunkel seit 1980 zu Skulpturen im öffentlichen Raum anregen lassen. So stammt von ihm u.a. der [[Schalenbrunnen]] am [[Theodor-Heuss-Platz]] und die Skulptur [[Stephanussäule]] auf dem [[Stephanusplatz]].
Ein Studium an der Ingenieurschule in Hagen von 1952 bis 1955 schloss sich an, das er sich selbst finanzierte – „Damals gab es noch kein Bafög“, wie er selbst einmal sagte. Ab 1960 führte er gemeinsam mit einem Partner ein eigenes Architekturbüro in [[Bockum-Hövel]].
 
Trotz der Anforderungen des Berufslebens blieb Dunkel bildungshungrig: Als dreifacher Vater absolvierte er im Alter von vierzig Jahren ein zweijähriges Zusatzstudium in Kunstgeschichte und Städtebau an der Technischen Universität Kaiserslautern.
 
=== Künstlerisches Schaffen und Engagement ===
Herbert Dunkel war nicht nur Architekt, sondern auch ein leidenschaftlicher Künstler. Sein Haus an der [[Hohenhöveler Straße]], in dem er über 18 Jahre lebte, zeugte von der Verbindung beider Lebenswelten: Es war gefüllt mit Bildern, Plastiken, Grafiken und Zeichnungen – ein lebendiges Beispiel für die Wechselwirkung der Künste.
 
Freundschaften mit Künstlern wie [[Erich Lütkenhaus]], [[Bernhard Kleinhans]] und [[Fritz Viegener]] inspirierten ihn und förderten seinen eigenen künstlerischen Ausdruck. Besonders in der Radiertechnik machte er Fortschritte, unterstützt durch den Künstler [[Hans Joachim Reisner]] aus [[Rhynern|Hamm-Rhynern]].
 
Dunkel war außerdem erster Sprecher des Arbeitskreises [[Kunst e.V. Hamm]], einem Zusammenschluss von Künstlerinnen und Künstlern, der einem von der Stadt Hamm bereitgestellten „Künstlerwinkel“ in Werries aktiv ist.
 
=== Werke im öffentlichen Raum ===
Sein künstlerisches Wirken war nicht auf das Private beschränkt. Durch die Bekanntschaft mit Fritz Viegener ließ sich Dunkel ab den 1980er Jahren zu Skulpturen im öffentlichen Raum anregen.
 
Zu seinen bekannten Werken gehören:
 
* '''Schalenbrunnen''' am Theodor-Heuss-Platz (1979), ein Symbol für die Neuordnung Hamms zur [[Kommunale Neuordnung|Großstadt]],
 
* '''Stephanussäule''' auf dem [[Stephanusplatz]] in Hamm,
 
* Beteiligung an der Planung der '''[[Versöhnungskirche]]''' in [[Heessen]], gemeinsam mit seinem Kollegen Kurt Römer.
 
=== Denkmalpflege und Baugesinnung ===
Als Architekt engagierte sich Dunkel stark für den Erhalt historischer Bausubstanz. Besonders erwähnenswert ist seine Arbeit an der „Alten Post“ in Drensteinfurt – ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das er ab 1977 mit viel Sachverstand und Fantasie restaurierte. Der Bau vereint typische Elemente eines Ackerbürger- und Handelshauses in repräsentativer westfälischer Bauweise.
 
Sein Verständnis von Architektur war geprägt von Respekt vor traditionellem Handwerk und historischem Bestand: „Mit dem Rechenschieber ist da nichts auszurichten […] aber die Balken passten sich an – gesunde Ursubstanz!“, sagte er einmal über die Statik alter Häuser.
 
In zahlreichen Gutachten zur Denkmalwürdigkeit münsterländischer Bauten setzte er sich für deren Erhalt ein.
 
=== Familie ===
Herbert Dunkel war mit der CDU-Kommunalpolitikerin [[Vera Dunkel-Gierse]] und dem ehemaligen Grüne-Kommunalpolitiker Ralf Dunkel verwandt.


Ein weiteres Werk Dunkels in Hamm ist die Brunnenskulptur am [[Theodor-Heuss-Platz]]. Sie symbolisiert die Neuordnung zur Großstadt Hamm.
== Literatur ==
== Literatur ==
* [[Jutta Thamer]], [[Skulpturenführer Hamm]], Hamm 2007
* [[Jutta Thamer]], [[Skulpturenführer Hamm]], Hamm 2007

Aktuelle Version vom 21. Mai 2025, 15:10 Uhr

Herbert Dunkel (* 29. Mai 1931 in Werries heute ein Stadtteil im Stadtbezirk Uentrop von Hamm; † 15. August 2020 in Hamm) war ein Architekt und Künstler.

Kindheit, Ausbildung und beruflicher Werdegang

Herbert Dunkel wurde im Hammer Stadtteil Werries geboren und wuchs in Hamm auf, wo er auch zur Schule ging. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Maurer und arbeitete zwei Jahre lang als Geselle in seinem erlernten Handwerk.

Ein Studium an der Ingenieurschule in Hagen von 1952 bis 1955 schloss sich an, das er sich selbst finanzierte – „Damals gab es noch kein Bafög“, wie er selbst einmal sagte. Ab 1960 führte er gemeinsam mit einem Partner ein eigenes Architekturbüro in Bockum-Hövel.

Trotz der Anforderungen des Berufslebens blieb Dunkel bildungshungrig: Als dreifacher Vater absolvierte er im Alter von vierzig Jahren ein zweijähriges Zusatzstudium in Kunstgeschichte und Städtebau an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Künstlerisches Schaffen und Engagement

Herbert Dunkel war nicht nur Architekt, sondern auch ein leidenschaftlicher Künstler. Sein Haus an der Hohenhöveler Straße, in dem er über 18 Jahre lebte, zeugte von der Verbindung beider Lebenswelten: Es war gefüllt mit Bildern, Plastiken, Grafiken und Zeichnungen – ein lebendiges Beispiel für die Wechselwirkung der Künste.

Freundschaften mit Künstlern wie Erich Lütkenhaus, Bernhard Kleinhans und Fritz Viegener inspirierten ihn und förderten seinen eigenen künstlerischen Ausdruck. Besonders in der Radiertechnik machte er Fortschritte, unterstützt durch den Künstler Hans Joachim Reisner aus Hamm-Rhynern.

Dunkel war außerdem erster Sprecher des Arbeitskreises Kunst e.V. Hamm, einem Zusammenschluss von Künstlerinnen und Künstlern, der einem von der Stadt Hamm bereitgestellten „Künstlerwinkel“ in Werries aktiv ist.

Werke im öffentlichen Raum

Sein künstlerisches Wirken war nicht auf das Private beschränkt. Durch die Bekanntschaft mit Fritz Viegener ließ sich Dunkel ab den 1980er Jahren zu Skulpturen im öffentlichen Raum anregen.

Zu seinen bekannten Werken gehören:

  • Schalenbrunnen am Theodor-Heuss-Platz (1979), ein Symbol für die Neuordnung Hamms zur Großstadt,

Denkmalpflege und Baugesinnung

Als Architekt engagierte sich Dunkel stark für den Erhalt historischer Bausubstanz. Besonders erwähnenswert ist seine Arbeit an der „Alten Post“ in Drensteinfurt – ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das er ab 1977 mit viel Sachverstand und Fantasie restaurierte. Der Bau vereint typische Elemente eines Ackerbürger- und Handelshauses in repräsentativer westfälischer Bauweise.

Sein Verständnis von Architektur war geprägt von Respekt vor traditionellem Handwerk und historischem Bestand: „Mit dem Rechenschieber ist da nichts auszurichten […] aber die Balken passten sich an – gesunde Ursubstanz!“, sagte er einmal über die Statik alter Häuser.

In zahlreichen Gutachten zur Denkmalwürdigkeit münsterländischer Bauten setzte er sich für deren Erhalt ein.

Familie

Herbert Dunkel war mit der CDU-Kommunalpolitikerin Vera Dunkel-Gierse und dem ehemaligen Grüne-Kommunalpolitiker Ralf Dunkel verwandt.

Literatur