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[[Bild:Südstraße_14_2006.jpg|thumb|right|Pizzeria Ristorante Da Mario 2006]]
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Das Haus auf der [[Südstraße]] 14 war eingebettet in ein Bauensemble, das nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 errichtet wurde. Es wurde ab Ende 2010 für den Bau eines Gesundheitszentrums (des [[Medicum]]) abgerissen, lediglich die Fassade blieb erhalten und wurde restauriert.
Das Haus auf der [[Südstraße]] 14 war eingebettet in ein Bauensemble, das nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 errichtet wurde. Es wurde ab Ende 2010 für den Bau eines Gesundheitszentrums (des [[Medicum]]) abgerissen, lediglich die Fassade blieb erhalten und wurde restauriert.


== Geschichte ==
== Geschichte der Hausstätte ==
Die '''Hausstätte Südstraße 14''' (alt: Nro 548)<ref>Die Doppelnummer 548/549 ist bislang nur für 1877 belegt.</ref> war 1734 Eigentum der Bäckerwitwe Johann Ostermann. Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 – sicher vor 1748 – kaufte Stephan Albert Asbeck, der Eigentümer des Nachbarhauses ([[Meilenstein]]), die Brandstelle von der Witwe Ostermann an und erbaute dort ein weiteres Haus, das er an den Chirurgen Johann Friedrich Brenschede vermietete.  
Die '''Hausstätte Südstraße 14''' mit der alten [[Häuserbuch|Nro 548]]<ref>Die Doppelnummer 548/549 ist bislang für 1861, 1865, 1869, 1877 belegt.</ref> war 1734 Eigentum der Bäckerwitwe Johann Ostermann. Nach dem [[Stadtbrände|Stadtbrand]] von 1741 – sicher vor 1748 – kaufte Stephan Albert Asbeck, der Eigentümer des Nachbarhauses ([[Meilenstein]]), die Brandstelle von der Witwe Ostermann an und erbaute dort ein weiteres Haus, das er an den Chirurgen Johann Friedrich Brenschede vermietete.  


Dessen Sohn Peter Asbeck verkaufte es an Wollspinner Konrad Christian Sethe († 1781).<ref>1769 wird er als ''Strumpfmacher'' bezeichnet.</ref> Dieser vererbte es seinem Sohn Johann Diedrich Sethe, der zu diesem Zeitpunkt Soldat war. 1805 kaufte das Haus [[Gemeinheitsvorsteher]] Johann Heinrich Unckenbold († 1810) für 1000 Reichstaler von Tuchmacher Sethe, 1812 bewohnte es dessen Witwe. Unckenbold war bereits 1785 durch Verheiratung mit der Witwe des Jobst Henrich Blasmann in den Besitz des Hauses [[Südstraße 20]] gelangt.  
Dessen Sohn Peter Asbeck verkaufte es an Wollspinner Konrad Christian Sethe († 1781).<ref>1769 wird er als ''Strumpfmacher'' bezeichnet.</ref> Dieser vererbte es seinem Sohn Johann Diedrich Sethe, der zu diesem Zeitpunkt Soldat war. 1805 kaufte das Haus [[Gemeinheitsvorsteher]] Johann Heinrich Unckenbold († 1810) für 1000 Reichstaler von Tuchmacher Sethe, 1812 bewohnte es dessen Witwe. Unckenbold war bereits 1785 durch Verheiratung mit der Witwe des Jobst Henrich Blasmann in den Besitz des Hauses [[Südstraße 20]] gelangt.  


''Blaufärber'' Friedrich Barrié, Schwiegersohn des Unckenbold, begegnet uns zwischen 1825 und 1866 als Besitzer, der auch einen ''Druckwaarenhandel'' (belegt 1833) im Hause betrieb. ''Färber'' Wilhelm Koop ist sein Nachfolger (belegt 1877, 1886). Seit 1896 finden wir die ''Färberei und Waschanstalt Paul [[Helmrich]]'' in der Südstraße 14, dem Stammhaus der Firma [[Helmrich]], die später in der [[Sternstraße]] 10a ansässig war.<ref>  
''Blaufärber'' Friedrich Barié, Schwiegersohn des Unckenbold, begegnet uns zwischen 1825 und 1876 als Besitzer, der auch einen ''Druckwaarenhandel'' (belegt 1833) im Hause betrieb. ''Färber'' Wilhelm Koop, der seit 1858 mit Christine Barié verheiratet war, ist sein Nachfolger im Hause. Seit 1896 finden wir die ''Färberei und Waschanstalt Paul [[Helmrich]]'' in der Südstraße 14, dem Stammhaus der Firma [[Helmrich]], die zuletzt in der [[Sternstraße]] 10a ansässig war.<ref>  


Die Firma Helmrich betrieb dann lange Jahre (belegt 1942) ihr Geschäft in der [[Restaurant Aya|Südstraße 10]], später in der [[Südstraße 20]]</ref> Zu diesem Zeitpunkt konnte das Haus also bereits auf eine über 150-jährige Färbertradition zurückblicken.
Die Firma Helmrich betrieb dann ab 1924 ihr Geschäft in der [[Restaurant Aya|Südstraße 10]], später in der [[Südstraße 20]]</ref> Zu diesem Zeitpunkt konnte das Haus also bereits auf eine über 150-jährige Färbertradition zurückblicken.
 
== Eigentümer ==
[[Bild:A 1902 Südstraße 14.jpg|thumb|right|Anzeige<br> ''Paul Helmrich'' (1902)]]
* [[1769]]/[[1781]]: '''Conrad Christian Sethe''' (ca. 1733-1781), Wollspinner
::: Maria Catharina Noelken (1795 †)
* [[1795]]/[[1805]]: '''Johann Diedrich Sethe''', Soldat (1795), Tuchmacher (1805)
* [[1805]]<ref> 1805 Kauf für 1000 Reichstaler</ref>/[[1826]]: '''Johann Heinrich Unkenbold''' († 1810), [[Gemeinheitsvorsteher]] der Südhofe (→ [[Südstraße 20|Nro 539]])
* [[1826]]/[[1876]]: '''Friedrich Barié''' (1800-), Färber
::: oo 1825 Sophie Unkenbold (1796-), T des Johann Heinrich Unkenbold
* [[1876]]/[[1886]]: '''Wilhelm Koop''' (1831-1884+) aus Buer, Färber
::: oo 1858 Christine Barié (1836-)
__________
* [[1892]]/[[1919]]: '''Wwe Christine Koop'''
:::(M) 1896/1919: Paul Helmrich, Färber
* [[1922]]/[[1942]]: '''Tobias Schnedlage sen.''', Kaufmann
::: (M) 1922: Paul Helmrich, Färbereibesitzer
::: 1924/1942: Tobias Schnedlage jun., Kaufmann


== Abriss ==
== Abriss ==
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[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Mitte]]
[[Kategorie:Mitte (Bezirk)]]
[[Kategorie:Innenstadt]]
[[Kategorie:Innenstadt]]
[[Kategorie:Alte Hausstätten]]
[[Kategorie:Alte Hausstätten]]
[[Kategorie:Südstraße]]
[[Kategorie:Südstraße]]
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