Isenbeck-Brauerei: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Isenbeck-Brauerei''' am [[Nordenwall]] in [[Hamm]] wurde im 18. Jahrhundert gegründet und produzierte bis Ende der 1980er Jahre feinherbes Pils. Als die Nies-Gruppe als damalige Hauptaktionärin beschloss, die Bierproduktion auf ihre Braustätte in Paderborn zu konzentrieren, wurde der Braubetrieb in Hamm eingestellt und die Brauerei abgerissen. Sie befand sich am heutigen Standort des [[Allee-Center]]s am [[Richard-Matthaei-Platz]].
Die '''Isenbeck-Brauerei''' am [[Nordenwall]] in [[Hamm]] wurde im 18. Jahrhundert im Hause [[Westenwall 14|Nro 211]] gegründet und produzierte bis Ende der 1980er Jahre feinherbes Pils. Als die Nies-Gruppe als damalige Hauptaktionärin beschloss, die Bierproduktion auf ihre Braustätte in Paderborn zu konzentrieren, wurde der Braubetrieb in Hamm eingestellt und die Brauerei abgerissen. Sie befand sich am heutigen Standort des [[Allee-Center]]s am [[Richard-Matthaei-Platz]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
[[Datei:Isenbeck 80er.jpg|mini|rechts|alternativtext=Isenbeck Brauerei, 1980er|Isenbeck Brauerei, 1980er]]
[[Bild:Isenbeck-Brauerei Panoramio.jpg|mini|Isenbeck-Brauerei, Eingang]]
Das Bierbrauen hatte in Hamm eine lange Tradition. Bereits im Jahr [[1444]] ist in den Annalen der Stadt Hamm nachzulesen, dass den Bäckern und Brauern das Gewerbemonopol für Bier und Brot im damaligen Amt erteilt wurde. Um [[1720]] gab es in Hamm neben neun Brauereien noch 61 Braustellen in Bürgerhäusern, in denen das damals vielgerühmte Hammer Bier, der so genannte „Hämmische [[Koit]]“, produziert wurde. Neben Leinen war der „[[Koit]]“ ein wichtiger Handelsartikel, der auch in die Nachbarstaaten ausgeführt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es jedoch nur noch wenige Brauereien, die in Hamm produzierten.
Das Bierbrauen hatte in Hamm eine lange Tradition. Bereits im Jahr [[1444]] ist in den Annalen der Stadt Hamm nachzulesen, dass den Bäckern und Brauern das Gewerbemonopol für Bier und Brot im damaligen Amt erteilt wurde. Um [[1720]] gab es in Hamm neben neun Brauereien noch 61 Braustellen in Bürgerhäusern, in denen das damals vielgerühmte Hammer Bier, der so genannte „Hämmische [[Koit]]“, produziert wurde. Neben Leinen war der „[[Koit]]“ ein wichtiger Handelsartikel, der auch in die Nachbarstaaten ausgeführt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es jedoch nur noch wenige Brauereien, die in Hamm produzierten.


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Der Ursprung der Marke „Isenbeck“ geht bis in das Jahr [[1769]] zurück. Im Januar 1897 wurde die Brauerei bei Übernahme der ''Brauerei Friedr. Pröpsting Nachf. & Co.'' unter der Firma ''Brauerei W. Isenbeck & Cie.'' in eine Aktiengesellschaft mit 1,3 Millionen Mark Aktienkapital umgewandelt. Einige Zeit nach dem Ende der Inflation wurde das Aktienkapital im Frühjahr 1925 offiziell auf 1,76 Millionen Reichsmark umgestellt. Zu dieser Zeit wurde das Unternehmen von Brauereidirektor Wilhelm Isenbeck geleitet. Während des Zweiten Weltkriegs war Adolf Nies aus Lippstadt Vorstandsvorsitzender, im Aufsichtsrat saßen unter anderen auch Vertreter der Deutsche Bank AG (Niederlassung Essen) und der Dresdner Bank AG (Niederlassung Bielefeld). Etwa 25 % der Akten gehörten damals der Paderborner ''Aktien- & Vereins-Brauerei AG'', die ebenfalls zur Nies-Gruppe zählte.
Der Ursprung der Marke „Isenbeck“ geht bis in das Jahr [[1769]] zurück. Im Januar 1897 wurde die Brauerei bei Übernahme der ''Brauerei Friedr. Pröpsting Nachf. & Co.'' unter der Firma ''Brauerei W. Isenbeck & Cie.'' in eine Aktiengesellschaft mit 1,3 Millionen Mark Aktienkapital umgewandelt. Einige Zeit nach dem Ende der Inflation wurde das Aktienkapital im Frühjahr 1925 offiziell auf 1,76 Millionen Reichsmark umgestellt. Zu dieser Zeit wurde das Unternehmen von Brauereidirektor Wilhelm Isenbeck geleitet. Während des Zweiten Weltkriegs war Adolf Nies aus Lippstadt Vorstandsvorsitzender, im Aufsichtsrat saßen unter anderen auch Vertreter der Deutsche Bank AG (Niederlassung Essen) und der Dresdner Bank AG (Niederlassung Bielefeld). Etwa 25 % der Akten gehörten damals der Paderborner ''Aktien- & Vereins-Brauerei AG'', die ebenfalls zur Nies-Gruppe zählte.


Die Isenbeck-Brauerei übernahm in den 1970er Jahren die Hammer [[Kloster-Brauerei Pröpsting|Kloster-Brauerei]], die nach einem alten [[Franziskaner-Kloster]] benannt war, und legte sie still. Das ehemalige Gelände der Klosterbrauerei heißt heute Klosterdrubbel.
Die Isenbeck-Brauerei übernahm in den 1970er Jahren die Hammer [[Kloster-Brauerei Pröpsting|Kloster-Brauerei]], die nach einem alten [[Franziskaner-Kloster]] benannt war, und legte sie still. Das ehemalige Gelände der Klosterbrauerei ist heute mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebaut, das den Namen [[Klosterdrubbel]] trägt.


[[Bild:Isenbeck_Sprengung.jpg|mini|Sprengung des Malzsilos 1990]]
Bis [[1988]] produzierte die Isenbeck-Brauerei am Nordenwall ein feinherbes Pils „made in Hamm“. Dann verlegte die damalige Hauptaktionärin der damaligen ''Isenbeck-Privatbrauerei Nies AG'', die Nies-Gruppe, den Braubetrieb nach Paderborn, wo die Nies-Gruppe eine eigene Braustätte unterhielt. Die Bierproduktion in Hamm wurde eingestellt und die Brauerei wurde abgerissen. Ende [[1990]] übernahm dann die Warsteiner-Brauerei mit dem Braustandort Paderborn auch die Marke Isenbeck, welche die Warsteiner-Brauerei mit der Produktion in Argentinien und Kamerun als ihre zweite internationale Marke aufbaut. In Deutschland wird Isenbeck heute nur noch als regionale Marke von Warsteiner vertrieben. Von der ehemaligen Vielfalt sind nur noch ''Isenbeck Premium Pils'' und ''Isenbeck Dunkel'' geblieben.
Bis [[1988]] produzierte die Isenbeck-Brauerei am Nordenwall ein feinherbes Pils „made in Hamm“. Dann verlegte die damalige Hauptaktionärin der damaligen ''Isenbeck-Privatbrauerei Nies AG'', die Nies-Gruppe, den Braubetrieb nach Paderborn, wo die Nies-Gruppe eine eigene Braustätte unterhielt. Die Bierproduktion in Hamm wurde eingestellt und die Brauerei wurde abgerissen. Ende [[1990]] übernahm dann die Warsteiner-Brauerei mit dem Braustandort Paderborn auch die Marke Isenbeck, welche die Warsteiner-Brauerei mit der Produktion in Argentinien und Kamerun als ihre zweite internationale Marke aufbaut. In Deutschland wird Isenbeck heute nur noch als regionale Marke von Warsteiner vertrieben. Von der ehemaligen Vielfalt sind nur noch ''Isenbeck Premium Pils'' und ''Isenbeck Dunkel'' geblieben.


=== Abriss der Brauerei 1990 ===
=== Abriss der Brauerei 1990 ===
Am [[12. Mai]] [[1990]] um 15:15 Uhr wurden die seit mehreren Monaten geräumten Gebäude der Brauerei dem Erdboden gleichgemacht. Das Malzsilo und das Hauptgebäude (Produktionsgebäude) wurden gesprengt. Die typische grüne Ummantelung wurde vor der Sprengung wegen des hohen Asbestgehalts und der Gefahr umherfliegender Trümmerteile demontiert.
Am [[12. Mai]] [[1990]] um 15:15 Uhr wurden die seit mehreren Monaten geräumten Gebäude der Brauerei dem Erdboden gleichgemacht. Das Malzsilo und das Hauptgebäude (Produktionsgebäude) wurden gesprengt. Die grüne Ummantelung der Fassade wurde vor der Sprengung wegen des hohen Asbestgehalts und der Gefahr umherfliegender Trümmerteile demontiert.
 
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Bild:Isenbeck_Sprengung.jpg|Sprengung des Malzsilos (1990)
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=== Isenbeck-Glas ===
=== Isenbeck-Glas ===
12.195

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