Katholischer Gesellenverein Hamm: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Die Zahl der Mitglieder war allmählich auf 189 Aktive gestiegen. Im Ganzen gesehen hatte der Verein auch in diesem Jahre wieder unter dem allgemeinen Arbeitsmangel sowie Wohnungsnot zu leiden. Die Haupteinnahmequelle war wieder die Theaterabteilung mit ihren Aufführungen. Dennoch musste der Monatsbeitrag im Jahre 1921 auf RM 5,-- erhöht werden, wovon RM 2,-- nach Köln als Verbandsbeitrag abgeführt werden mussten.
Die Zahl der Mitglieder war allmählich auf 189 Aktive gestiegen. Im Ganzen gesehen hatte der Verein auch in diesem Jahre wieder unter dem allgemeinen Arbeitsmangel sowie Wohnungsnot zu leiden. Die Haupteinnahmequelle war wieder die Theaterabteilung mit ihren Aufführungen. Dennoch musste der Monatsbeitrag im Jahre 1921 auf RM 5,-- erhöht werden, wovon RM 2,-- nach Köln als Verbandsbeitrag abgeführt werden mussten.
Im Jahre 1922 fahren die Hammer Mitglieder des Vereins zu einem Gesellentag, was eine Schleife an der seinerzeitigen ältesten Fahne des Vereins belegte.
Am 26. März 1927 erfolgte die Ernennung des Vikars Brocke zum Vikar von St. Agnes und damit zum Präses des katholischen Gesellenvereins. Er verbleibt vier Jahre im Amt und wird am 18. März 1931 durch Vikar Spiering abgelöst.
=== In der NS-Zeit ===
Über die Zeit des nationalsozialistischen Regimes gibt ein ausführlicher Bericht der Kolpingfamilie Hamm aus dem Jahr 1946 Auskunft. Danach verlief das Jahr 1933 für das Vereinsleben noch relativ uneingeschränkt. Zum 1. Mai 1933 - dem Tag der Arbeit - schritten dann Kolpingbanner und Hakenkreuzfahne Seite an Seite.  Auch im Jahr 1934 bestanden im Gesellenverein Hamm noch eine Bäcker-, Schneider-, Schreiner- und Schlosserfachabteilung, neben denen noch laufend Allgemeinkurse durchgeführt wurden. Eine Gesang-, Musik- und Theaterabteilung, ferner ein Trommlerkorps, ein Quartett und sogar eine Turnabteilung fehlten nicht. Das Gesellenhaus florierte, Küche, Hospiz und Wirtschaft waren voll beschäftigt und eine Nähschule unter Leitung einer Ordensschwester erfreute sich guten Zuspruchs. Der Verein veranstaltete sein traditionelles Gänseköppen, organisierte Familienausflüge in die Umgebung Hamms, veranstaltete im eigenen Hause Karneval- und Tanzvergnügen und erfreute sich eines Riesenbesuchs bei seinen Theaterveranstaltungen, die meistens plattdeutscher Art waren.
Auch gab es noch einen eigenen staatlich anerkannten Arbeitsnachweis, der aber schon bald dem Nationalsozialismus zum Opfer fiel. Durch das Konkordat zwischen dem Vatikan und der NS-Regierung aus dem Jahr 1934 wurde der katholische Gesellenverein Hamm wie auch seine Dachorganisation gezwungen, derartige Aufgaben an den Staat abzugeben. Zudem mussten sich alle Verein unter dem Titel "Kolpingverein" umbenennen.
Im Sommer 1934 gab die Theaterabteilung das plattdeutsche Stück „De Weitkämpers“. Hier gab es die ersten größeren Schwierigkeiten zu überwinden. Zunächst einmal musste von den neuen Inhabern der Staatsgewalt die Genehmigung eingeholt werden, das Stück öffentlich aufführen zu dürfen. Als dieses mit List und Tücke erreicht war, verbot man den Gesellen, durch Plakataushang auf die Aufführung aufmerksam zu machen.
An jedem  Versammlungsabend war ein Beauftragter der Gestapo zur Stelle und jedes Wort, das gesprochen wurde, musste wohl bedacht werden. Unbedachtsamkeit hätte bewirken können, dass mit einem Federstrich der Kolpingverein der Auflösung und Beschlagnahme des Vermögens ausgeliefert worden wäre. Das Intrigenspiel nationalsozialistischer Führung, die zwar einen Gesellentag in München im Jahre 1933 genehmigte, tausende Gesellen mit ihren Kolpingsbannern zureisen und aufmarschieren ließ, dann aber vor Ablauf der Festtage die Genehmigung zurückzog, Banner einrollen und Gesellen vorzeitig abreisen ließ, mit der Begründung, die kochende Volksseele Münchens hätte Front gemacht gegen solchen konfessionellen Aufmarsch, setzte dem Kolpingverein auch in Hamm bald zu. So setzte Herr Ley, nationalsozialistischer Arbeitsfrontführer, eine Verordnung um, nach der es Mitgliedern der Arbeitsfront verboten war, dem katholischen Gesellenverein bzw. dem Kolpingswerk anzugehören. Zu Beginn dieser Epoche zählte die Kolpingfamilie Hamm 296 aktive Gesellen, 15 provisorische Mitglieder und 420 Ehrenmitglieder, wie sei damals noch hießen.
In die Zeit des 2. Weltkriegs fiel im September 1943 die Versetzung des Präses, Vikar Holtgreve, als Pfarrer nach Dortmund-Marten. Seine Stelle wurde nicht wieder besetzt, so dass die Kolpingfamilie in Hamm bis zum Jahr 1946 ohne geistliche Führung blieb.
Der Luftkrieg der Alliierten führte zudem zu großen Zerstörungen an den Kolpinggebäuden. Am 2. Oktober 1944 wurden die beiden Häuser an der Brüderstraße und an der Oststraße in Mitleidenschaft gezogen, konnten aber nochmals kurzfristig nutzbar gemacht werden. Der große Saal zwischen den beiden Häusern wurde allerdings komplett vernichtet. Doch schon zwei Monate später, am 5. Dezember 1944 wurden die noch bestehenden Häuser der Kolpingsfamilie weitestgehend zerstört.
Doch langsam und stetig wuchs bei uns die Zahl der Austrittserklärungen. Der Stamm alter Handwerkstradition konnte am 14. und 15. Oktober 1934 das 75. Stiftungsfest der Kolpingsfamilie Hamm unter der Devise „Gott und Volk, Volk und Stand, Stand und Staat“ feiern. Am 3. Dezember 1934 wurde in Hamm die Altkolping-Gruppe auf den Plan gerufen, deren ersten Altsenior Willi Mittler wurde.
Das Jahr 1935 brachte das Verbot der Fachabteilungsarbeit durch die Nationalsozialisten. Somit war das Betätigungsfeld der Kolpingfamilie auf das rein Kirchliche beschränkt. Deshalb wurden für die Folgezeit die Versammlungen auch rein kirchlich aufgezogen, zumal sich auch keine Referenten mehr fanden. Die Austrittserklärungen häuften sich. Es meldeten sich in der Zeit von 1933 bis 1945 insgesamt 94 aktive und 133 Ehrenmitglieder aus der Kolpingfamilie ab, Abgänge durch Tod, Umzug sind dabei nicht mitgerechnet.
Mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs kam das Vereinsleben fast vollständig zu erliegen. Am 1. Oktober 1939 zählte der Verein noch 117 aktive und 340 Ehrenmitglieder. Am Ende des Krieges waren es noch 78 Aktive, 232 Ehren- und 27 provisorische Mitglieder.
=== Nachkriegszeit ===
Nach dem deutschen Zusammenbruch nahm der Kolpingverein Hamm nach Genehmigung durch die Militärregierung am 5. September 1945 seinen Versammlungsbetrieb in behelfsmäßigen Räumen des Kolpinghauses wieder auf. An 15 Versammlungsabende des Jahres 1945 konnte der Besuch von 455 Mitgliedern registriert werden.


== Historische Bilder ==
== Historische Bilder ==
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