Herringer Brückenschlag: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:20121130_WA_Anzeige_Stadt_Hamm_Brueckenschlag_Lippepark.jpg|thumb|right|Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages, [[WA]] vom 30. November 2012]]
[[Datei:Lippepark Lippebrücke 02.jpg|mini|rechts|Brücke über die [[Lippe]], im Hintergrund [[Bockum-Hövel]]]]
Als '''Herringer Brückenschlag''' wurde zwischen [[2012]] und [[2016]] der im Zuge der Errichtung des [[Lippepark]]s vollzogene Bau von zwei Brücken über [[Lippe]] und [[Datteln-Hamm-Kanal]] bezeichnet.  
Als '''Herringer Brückenschlag''' wurde zwischen [[2012]] und [[2016]] der im Zuge der Errichtung des [[Lippepark]]s vollzogene Bau von zwei baugleichen Brücken über [[Lippe]] und [[Datteln-Hamm-Kanal]] bezeichnet.  


Mit den Brücken wird heute der Lippepark in [[Herringen]] mit der [[Halde Radbod]] in [[Bockum-Hövel]] verbunden. Aufgrund diverser Pannen und hoher Kosten geriet das Projekt während des Baus wiederholt in die Kritik der lokalen und nationalen Presse. Die Fertigstellung verschob sich schlussendlich um zwei Jahre – von [[2014]] auf [[2016]].
Mit den Brücken wird heute der Lippepark in [[Herringen]] mit der [[Halde Radbod]] in [[Bockum-Hövel]] verbunden. Aufgrund diverser Pannen und hoher Kosten geriet das Projekt während des Baus wiederholt in die Kritik der lokalen und nationalen Presse. Die Fertigstellung verschob sich schlussendlich um zwei Jahre – von [[2014]] auf [[2016]].
   
   
== Projektbeschreibung ==
== Projektbeschreibung ==
[[Datei:Luftbild Lippepark Brückenschlag 01.jpg|mini|Luftbild der Lippe- und Kanalbrücke im Lippepark © RVR, 2022, [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland - Namensnennung – Version 2.0.]]]
Der südlich an die alten Lippeauen angrenzende Bereich wird von der begradigten [[Lippe]] und dem [[Datteln-Hamm-Kanal]] geprägt. Zwischen Lippe und Kanal erstreckt sich ein Mitteldamm, auf dem überregionale Radwanderrouten verlaufen. Durch den Brückenschlag nach [[Bockum-Hövel]] wurde die Anbindung des Lippeparks an die Halde Radbod sowie die auf dem Damm verlaufenden Radrouten ermöglicht.
Der südlich an die alten Lippeauen angrenzende Bereich wird von der begradigten [[Lippe]] und dem [[Datteln-Hamm-Kanal]] geprägt. Zwischen Lippe und Kanal erstreckt sich ein Mitteldamm, auf dem überregionale Radwanderrouten verlaufen. Durch den Brückenschlag nach [[Bockum-Hövel]] wurde die Anbindung des Lippeparks an die Halde Radbod sowie die auf dem Damm verlaufenden Radrouten ermöglicht.


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== Geschichte ==
== Geschichte ==
[[Bild:20121130_WA_Anzeige_Stadt_Hamm_Brueckenschlag_Lippepark.jpg|thumb|right|Anzeige der Stadt Hamm zur Ankündigung des Brückenschlages, [[WA]] vom 30. November 2012]]
Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30. November 2012 als gesichert,<ref>[[:Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg|Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]]</ref> geriet aber anschließend aufgrund von hohen Gesamtkosten, Verzögerungen und Zwischenfällen zur Lokalposse.
Die Finanzierung der Lippe- und Kanalbrücken und deren Fertigstellung bis 2014 galt laut Pressebericht vom 30. November 2012 als gesichert,<ref>[[:Datei:20121130_WA_Lippepark_Finanzierung_Brueckenschlag.jpg|Westfälischer Anzeiger vom 30. November 2012]]</ref> geriet aber anschließend aufgrund von hohen Gesamtkosten, Verzögerungen und Zwischenfällen zur Lokalposse.


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„Dieser Rad- und Fußweg über Kanal und Lippe ist dringend nötig. Die nächsten Querungsmöglichkeiten sind am Lausbach und an der Römerstraße“
„Dieser Rad- und Fußweg über Kanal und Lippe ist dringend nötig. Die nächsten Querungsmöglichkeiten sind am Lausbach und an der Römerstraße“


'''Rita Schulze Böing''' im Westfälischen Anzeiger<ref name="wade130423"/>
— Rita Schulze Böing (im Westfälischen Anzeiger)<ref name="wade130423"/>
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=== Kritik an den Kosten (2015) ===
=== Kritik an den Kosten (2015) ===
Von den taxierten sechs Millionen Euro Baukosten sollten 4,8 Mio. Euro durch Förderungen gedeckt werden. Auf die Brücken inklusive aller Rampen entfielen hiervon jedoch nur ca. 3,43 Mio. Euro. Durch „Wege, Zäune, Hundeauslauf, Hundeserviceplätze, ein Aussichtspodest, Amphibienquerungshilfen, Bäume, Bänke, Infosystem, Gutachten, eine ökologische Bauleitung, ein Naturschutzmonitoring“ und andere Maßnahmen um die Brücken herum erhöhte sich die Gesamtsumme auf mehr als 6 Mio. Euro. Grund für zahlreiche der Maßnahmen war, dass die Brücken in ein bestehendes Naturschutzgebiet hineingebaut werden sollten. Der Bund des Steuerzahler nahm das Projekt daher in sein „Schwarzbuch“ für Steuerverschwendung für das Jahr 2015 auf. Unter anderem sollten die Brücken laut Planfeststellungsbeschluss auch durch ein Tor gesperrt werden, wenn die Altarme der Lippe vereisen und überwinternde Wasservögel auf die industriell erwärmte Lippe ausweichen.<ref name="wade150930">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-bockum-hoevelherringen-hamm-eintrag-schwarzbuch-2015-bund-steuerzahler-bdst-5578302.html „Lippepark-Brückenschlag hat Eintrag im Schwarzbuch 2015“] in: wa.de vom 30. September 2015</ref> Tatsächlich wurden die Brücken beispielsweise im Frühjahr [[2017]] gesperrt, um die von den zugefrorenen Altarmen der Lippe abgewanderten Vögel an dieser Stelle nicht zu stören.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/herringen-ort370529/lippebruecke-lippepark-hamm-herringen-frost-sperrung-7363531.html „Noch keine Öffnung der Lippebrücke“] in: wa.de vom 5. Februar 2017</ref>
Von den taxierten sechs Millionen Euro Baukosten sollten 4,8 Mio. Euro durch Förderungen gedeckt werden. Auf die Brücken inklusive aller Rampen entfielen hiervon jedoch nur ca. 3,43 Mio. Euro. Durch „Wege, Zäune, Hundeauslauf, Hundeserviceplätze, ein Aussichtspodest, Amphibienquerungshilfen, Bäume, Bänke, Infosystem, Gutachten, eine ökologische Bauleitung, ein Naturschutzmonitoring“ und andere Maßnahmen um die Brücken herum erhöhte sich die Gesamtsumme auf mehr als 6 Mio. Euro. Grund für zahlreiche der Maßnahmen war, dass die Brücken in ein bestehendes Naturschutzgebiet hineingebaut werden sollten. Der Bund des Steuerzahler nahm das Projekt daher in sein „Schwarzbuch“ für Steuerverschwendung für das Jahr 2015 auf. Unter anderem sollten die Brücken laut Planfeststellungsbeschluss auch durch ein Tor gesperrt werden, wenn die Altarme der Lippe vereisen und überwinternde Wasservögel auf die industriell erwärmte Lippe ausweichen.<ref name="wade150930">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-bockum-hoevelherringen-hamm-eintrag-schwarzbuch-2015-bund-steuerzahler-bdst-5578302.html „Lippepark-Brückenschlag hat Eintrag im Schwarzbuch 2015“] in: wa.de vom 30. September 2015</ref> Tatsächlich wurden die Brücken beispielsweise im Frühjahr [[2017]] gesperrt, um die von den zugefrorenen Altarmen der Lippe abgewanderten Vögel an dieser Stelle nicht zu stören.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/herringen-ort370529/lippebruecke-lippepark-hamm-herringen-frost-sperrung-7363531.html „Noch keine Öffnung der Lippebrücke“] in: wa.de vom 5. Februar 2017</ref>


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=== Verzögerungen beim Bau (2014–2016) ===
=== Verzögerungen beim Bau (2014–2016) ===
[[Datei:Lippepark Kanalbrücke 01.jpg|mini|rechts|alternativtext=Kanalbrücke im Lippepark|Kanalbrücke im Lippepark]]
Probleme gab es nicht nur mit den Kosten: Auch das Aufsetzen der Brücken verzögerte sich nach fristgerechter Fertigstellung der Bauwerke mehrfach. Die für Ende 2014 vorgesehene Montage musste verschoben werden, da die dafür nötigen statischen Gutachten nicht vorgelegen haben sollen. Die Brücken wurden daher im [[Stadthafen|Kohlehafen]] eingelagert.<ref name="wade150930"/> Durch eine vermeintlich falsche Einlagerung der Brücke vermutete man wenig später eine erhebliche Überbelastung der Spundwand des Kanals und dadurch drohende Gefahr für die Schifffahrt. Durch eine anschließende Umlagerung entstanden zusätzliche Kosten von 71.000 Euro.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/falsche-lagerung-lippepark-bruecken-fuehrt-ueberraschenden-mehrkosten-5502296.html „Neue Panne bei Lippepark-Brücken kostet 71.000 Euro“] in: wa.de vom 7. September 2015</ref> Die Stadt entzog der Firma ''Rohlfing'', die den Einbau verantworten sollte, Anfang 2015 schlussendlich den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht eingereicht habe. Zwischen dem amtlichen Prüfstatiker und Rohlfing kam es schließlich zu einem Schiedsverfahren vor der Ingenieurkammer-Bau NRW. Ergebnis dieses Verfahrens war, dass (Zitat) „Einvernehmen darüber besteht, dass statische Nachweise für Maschinen oder Teile nicht erforderlich“ gewesen seien.<ref name="wade170619"/>


Probleme gab es nicht nur mit den Kosten. Also verzögerte sich das Aufsetzen der Brücken nach fristgerechter Fertigstellung der Bauwerke mehrfach: Der für Ende 2014 vorgesehene Einbau musste verschoben werden, da die dafür nötigen Gutachten nicht vorgelegen haben sollen. Die Brücken wurden daher im [[Stadthafen|Kohlehafen]] eingelagert.<ref name="wade150930"/> Durch eine vermeintlich falsche Einlagerung der Brücke vermutete man wenig später eine erhebliche Überbelastung der Spundwand und Gefahr für die Schifffahrt. Durch eine anschließende Umlagerung entstanden zusätzliche Kosten von 71.000 Euro.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/falsche-lagerung-lippepark-bruecken-fuehrt-ueberraschenden-mehrkosten-5502296.html „Neue Panne bei Lippepark-Brücken kostet 71.000 Euro“] in: wa.de vom 7. September 2015</ref> Die Stadt entzog der Firma ''Rohlfing'', die den Einbau verantworten sollte, Anfang 2015 schlussendlich den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht eingereicht habe. Zwischen dem amtlichen Prüfstatiker und Rohlfing kam es schließlich zu einem Schiedsverfahren vor der Ingenieurkammer-Bau NRW. Ergebnis dieses Verfahrens war, dass (Zitat) „Einvernehmen darüber besteht, dass statische Nachweisefür Maschinen oder Teile nicht erforderlich“ gewesen seien.<ref name="wade170619"/>
Ein neuer Bauunternehmer wurde nach dem Sommerferien 2015 in der Firma ''Stahlbau Magdeburg'' gefunden.<ref name="wade151211">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/hamms-prestigeprojekt-pannen-chronik-lippepark-bruecken-kruecke-bruecke-5948364.html „Hamms Prestigeprojekt: Die Pannen-Chronik der Lippepark-Brücken“] in: wa.de vom 11. Dezember 2015</ref><ref name="wade170619">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/herringen-ort370529/gerichte-werden-sich-pannen-bruecken-lippepark-hamm-herringen-beschaeftigen-8413079.html „Pannen-Brücken im Lippepark ein Fall fürs Gericht“] in: wa.de vom 19. Juni 2017</ref> Dann passierte lange nichts, außer dass an den zwischengelagerten Brücken weitere Mängel festgestellt wurden. Die Rede war von nicht sauber ausgeführten Schweißnähten, mangelhaftem bzw. teils fehlendem Korrosionsschutz und einem nicht rutschfesten Oberbau. Der Firma Scheidt aus Herford, die die Brücken konstruiert hatte, wurde bis in den Juni Zeit gegeben, die Mängel zu beseitigen.<ref>[https://www.wa.de/hamm/lippepark-hamm-gutachten-bringt-neue-maengel-bruecken-licht-5010976.html „Lippepark: Gutachten zeigt neue Mängel an Brücken“] in: wa.de vom 15. Mai 2015</ref>
 
Ein neuer Bauunternehmer wurde nach dem Sommerferien 2015 in Gestalt von ''Stahlbau Magdeburg'' beauftragt.<ref name="wade151211">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/hamms-prestigeprojekt-pannen-chronik-lippepark-bruecken-kruecke-bruecke-5948364.html „Hamms Prestigeprojekt: Die Pannen-Chronik der Lippepark-Brücken“] in: wa.de vom 11. Dezember 2015</ref><ref name="wade170619">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/herringen-ort370529/gerichte-werden-sich-pannen-bruecken-lippepark-hamm-herringen-beschaeftigen-8413079.html „Pannen-Brücken im Lippepark ein Fall fürs Gericht“] in: wa.de vom 19. Juni 2017</ref> Dann passierte lange nichts, außer dass bei den zwischengelagerten Brücken weitere Mängel festgestellt wurden. Die Rede war von nicht sauber ausgeführten Schweißnähte, mangelhaftem bzw. teils fehlendem Korrosionsschutz und einem nicht rutschfesten Belag des Gehwegs. Der Firma Scheidt aus Herford, die die Brücken konstruiert hatte, wurde bis in den Juzni Zeit gegeben, die Mängel zu beseitigen.<ref>[https://www.wa.de/hamm/lippepark-hamm-gutachten-bringt-neue-maengel-bruecken-licht-5010976.html „Lippepark: Gutachten zeigt neue Mängel an Brücken“] in: wa.de vom 15. Mai 2015</ref>


Im November 2015 musste der für diesen Monat angesetzte Termin für das Einschwenken der Brücken per Kran erneut um einen Monat auf 9. und 10. Dezember vertagt werden. Grund waren nicht abgeschlossene Arbeiten am Mitteldamm.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-lippepark-hamm-herringen-einmal-mehr-verschoben-5790500.html „Brückenschlag im Lippepark einmal mehr verschoben“] in: wa.de vom 8. November 2015</ref> Der erste tatsächliche Versuch, die Lippe-Brücke am [[9. Dezember]] [[2015]] auf die vorgesehenen Positionen einzuschwenken, scheiterte dann an einem unerwartet hohen Gewicht. Kalkuliert worden war eine Masse von rund 135 Tonnen, die – wie sich später herausstellte – nicht geeichte<ref name= "wade160223" /> Waage des Krans zeigte jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und die Gegengewichte nicht dimensioniert waren. Die Brücke wurde wieder auf dem Kohlehafen abgesetzt. Die Verschwenkung der zweiten Brücke über den Datteln-Hamm-Kanal am 10. Dezember wurde folglich bis auf Weiteres verschoben.<ref>Stefan Gehre, Marc Borgmann, Maike Geißler: [https://www.wa.de/hamm/posse-hamm-brueckenschlag-lippepark-zwischen-herringen-bockum-hoevel-gescheitert-5943715.html „Brückenschlag im Lippepark gescheitert - Video mit Drohnenbildern“] in: wa.de vom 9. Dezember 2015</ref> 2016 sollte sich dann herausstellen, dass die Brücke gar nicht zu schwer gewesen war. Eine Messung am [[23. Februar]] 2016 ergab ein Gewicht von 156,80 Tonnen, wobei nach Erkenntnissen des WA ein Einschwenken bis 160 Tonnen möglich gewesen wäre.<ref name= "wade160223">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/lippebruecke-lippepark-gewogen-possenspiel-hamm-geht-neue-runde-6149672.html „Lippebrücke leichter als gedacht - Possenspiel geht in neue Runde“] in: wa.de vom 23. Februar 2016</ref>
Im November 2015 musste der für diesen Monat angesetzte Termin für das Einschwenken der Brücken per Kran erneut um einen Monat auf 9. und 10. Dezember vertagt werden. Grund waren nicht abgeschlossene Arbeiten am Mitteldamm.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-lippepark-hamm-herringen-einmal-mehr-verschoben-5790500.html „Brückenschlag im Lippepark einmal mehr verschoben“] in: wa.de vom 8. November 2015</ref> Der erste tatsächliche Versuch, die Lippe-Brücke am [[9. Dezember]] [[2015]] auf die vorgesehene Position einzuschwenken, scheiterte dann an einem unerwartet hohen Gewicht. Berechnet hatte man eine Masse von rund 135 Tonnen, die – wie sich später herausstellte – nicht geeichte<ref name= "wade160223" /> Waage des Krans zeigte jedoch 166 t an, wofür die Anschlagseile und Gegengewichte nicht ausgelegt waren. Die Brücke wurde wieder im Kohlehafen abgesetzt und die für den Folgetag beabsichtigte Verschwenkung der anderen Brücke, die der Querung des Datteln-Hamm-Kanals gedacht war, wurde bis auf Weiteres verschoben.<ref>Stefan Gehre, Marc Borgmann, Maike Geißler: [https://www.wa.de/hamm/posse-hamm-brueckenschlag-lippepark-zwischen-herringen-bockum-hoevel-gescheitert-5943715.html „Brückenschlag im Lippepark gescheitert - Video mit Drohnenbildern“] in: wa.de vom 9. Dezember 2015</ref> 2016 sollte sich dann herausstellen, dass die Brücke gar nicht zu schwer gewesen sein dürfte. Eine Messung am [[23. Februar]] 2016 ergab ein Gewicht von 156,80 Tonnen, wobei nach Erkenntnissen des WA ein Einschwenken bis 160 Tonnen möglich gewesen wäre.<ref name= "wade160223">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/lippebruecke-lippepark-gewogen-possenspiel-hamm-geht-neue-runde-6149672.html „Lippebrücke leichter als gedacht - Possenspiel geht in neue Runde“] in: wa.de vom 23. Februar 2016</ref>


Der zweite Versuch am [[11. Dezember]], der zuvor von einem Prüfstatiker aufgrund neuer Berechnungen genehmigt worden war, wurde aufgrund starker Winde abgebrochen. Die Vorhersage prognostizierte Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 14 Metern pro Sekunde, möglich waren die Arbeiten jedoch nur bis zu Windgeschwindigkeiten von 10,8 m/s.<ref>Lars Becker, Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/zweiter-versuch-brueckenschlag-lippepark-freitag-5948490.html „Wind zu stark: Zweiter Versuch für Brückenschlag fällt am Freitag aus“]</ref>
Der zweite Versuch am [[11. Dezember]], der zuvor von einem Prüfstatiker aufgrund neuer Berechnungen genehmigt worden war, wurde aufgrund starker Winde abgesagt. Die Vorhersage prognostizierte Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 14 Metern pro Sekunde, möglich waren die Arbeiten jedoch nur bis zu Windgeschwindigkeiten von 10,8 m/s.<ref>Lars Becker, Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/zweiter-versuch-brueckenschlag-lippepark-freitag-5948490.html „Wind zu stark: Zweiter Versuch für Brückenschlag fällt am Freitag aus“]</ref>


=== Einweihung und juristische Aufarbeitung (2016) ===
=== Einweihung und juristische Aufarbeitung (2016) ===
[[Datei:Lippepark Brückenschlag 01.jpg|mini|rechts|Übergang auf den Mitteldeich zwischen Lippe- und Kanalbrücke]]
Schließlich konnten beide Brücken am [[15. Dezember]] in 14 Stunden Arbeit im dritten Anlauf erfolgreich abgesetzt werden, blieben aber noch für den Publikumsverkehr gesperrt.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-zwischen-bockum-hoevel-herringen-lippepark-hamm-ueber-kanal-lippe-erfolgreich-5962470.html „Brückenschlag im Lippepark erfolgreich“] in: wa.de vom 15. Dezember 2015</ref> Die endgültige Freigabe der 6 Millionen Euro teuren Brücken durch Oberbürgermeister [[Thomas Hunsteger-Petermann]] erfolgte erst am [[20. Mai]] [[2016]],<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/bockum-hoevel-ort370528/lippepark-bruecken-hamm-herringen-bockum-hoevel-werden-freigegeben-6407880.html „Lippepark-Brücken werden am Freitag freigegeben“ in: wa.de vom 18. Mai 2016]</ref> auch danach war allerdings ein Übergang auf den Mitteldeich zunächst noch nicht möglich, da der Bodenbelag erst wenig später fertiggestellt werden konnte. Restarbeiten nach Absetzen verursachten zu allem Überfluss unerwartete Mehrkosten von 220.000 Euro.<ref>Detlef Burrichter: [https://www.wa.de/hamm/lippebruecken-hamm-kosten-220000-euro-mehr-6249344.html „Lippebrücken kosten 220.000 Euro mehr“] in: wa.de vom 27. März 2016</ref>


Schließlich konnten beide Brücken am [[15. Dezember]] in 14 Stunden Arbeit im dritten Anlauf erfolgreich abgesetzt werden, blieben aber noch für den Publikumsverkehr gesperrt.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/brueckenschlag-zwischen-bockum-hoevel-herringen-lippepark-hamm-ueber-kanal-lippe-erfolgreich-5962470.html „Brückenschlag im Lippepark erfolgreich“] in: wa.de vom 15. Dezember 2015</ref> Die endgültige Freigabe der 6 Millionen Euro teuren Brücken durch Oberbürgermeister [[Thomas Hunsteger-Petermann]] erfolgte erst am [[20. Mai]] [[2016]],<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/bockum-hoevel-ort370528/lippepark-bruecken-hamm-herringen-bockum-hoevel-werden-freigegeben-6407880.html „Lippepark-Brücken werden am Freitag freigegeben“ in: wa.de vom 18. Mai 2016]</ref> auch danach war allerdings ein Übergang auf den Mitteldeich zunächst noch nicht möglich, da der Bodenbelag erst wenig später fertiggestellt werden konnte. Die Restarbeiten nach Absetzen verursachten unerwartet Mehrkosten von 220.000 Euro.<ref>Detlef Burrichter: [https://www.wa.de/hamm/lippebruecken-hamm-kosten-220000-euro-mehr-6249344.html „Lippebrücken kosten 220.000 Euro mehr“] in: wa.de vom 27. März 2016</ref>
Damit war die Posse um die Brücke jedoch noch nicht beendet. ''Stahlbau Magdeburg'' verklagte die Stadt, weil aufgrund der verschobenen Montagetermine Ende 2015 Baugerät länger als geplant vor Ort gebunden wurde. Ihrerseits verklagte die Stadt die ''Arbeitsgemeinschaft Rohlfing/Scheidt'' auf die Kosten, die nach der Neuvergabe der Montagearbeiten entstanden waren – nach Medienberichten ein siebenstelliger Betrag.<ref name="wade170619"/> Nach Schilderungen des [[WA]] waren die Verantwortlichen für die verschiedenen Zwischenfälle auch [[2020]] noch nicht ermittelt.<ref name="wade200920"/>


Damit war die Posse um die Brücke noch nicht beendet. ''Stahlbau Magdeburg'' verklagte die Stadt, weil aufgrund der verschobenen Montagetermine Ende 2015 Baugerät länger als geplant vor Ort gebunden war. Ihrerseits verklagte die Stadt die ''Arbeitsgemeinschaft Rohlfing/Scheidt'' auf die Kosten, die nach der Neuvergabe der Montagearbeiten entstanden waren – ein siebenstelliger Betrag.<ref name="wade170619"/> Nach Berichten des [[WA]] von 2020 sind die Verantwortlichen für die verschiedenen Zwischenfälle noch nicht ermittelt.<ref name="wade200920"/>
== Weitere Bilder ==
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Datei:Lippepark Lippebrücke 01.jpg|Lippebrücke im Lippepark
Bild:Lippepark Lippebrücke 03.jpg|Blick über die Lippebrücke zur [[Halde Radbod]]
Bild:Lippepark Brückenschlag 02.jpg|Kanalbrücke – Nahaufnahme des Trägerwerks
Bild:Lippepark Kanalbrücke 02.jpg|Kanalbrücke mit Yachthafen
Bild:Lippepark Kanalbrücke 03.jpg|Kanalbrücke mit Yachthafen
Bild:Lippepark Kanalbrücke 04.jpg|Blick über die Kanalbrücke nach [[Herringen]]
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== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Herringen]]
[[Kategorie:Herringen (Bezirk)]]
[[Kategorie:Bockum-Hövel]]
[[Kategorie:Bockum-Hövel (Bezirk)]]
[[Kategorie:Projekte der Stadtplanung]]
[[Kategorie:Projekte der Stadtplanung]]
[[Kategorie:Ereignisse]]
[[Kategorie:Ereignisse]]
[[Kategorie:Skurriles]]
[[Kategorie:2014]]
[[Kategorie:2014]]
[[Kategorie:2015]]
[[Kategorie:2015]]
[[Kategorie:2016]]
[[Kategorie:2016]]